Kommentar

Ja zu günstigem Wohnraum: Ein Signal – mehr ist das noch nicht

Die Vorlage zur Änderung des Planungs- und Baugesetztes PBG ist in 77 der 170 Gemeinden angenommen worden (Symbolbild).

Die Vorlage zur Änderung des Planungs- und Baugesetztes PBG ist in 77 der 170 Gemeinden angenommen worden (Symbolbild).

Die Zürcher wollen den Gemeinden die Möglichkeit geben, dass sie in einem Baugebiet einen gewissen Anteil an «preisgünstigem Wohnraum» vorschreiben können. Das Verdikt ist überraschend klar ausgefallen.

Zwei Gründe dafür sind relevant: Der allgemeine Wohndruck und die zurückhaltende Formulierung der Vorlage, die noch (zu) viele Punkte offen lässt.

Einerseits ist unbestreitbar, dass wegen des Bevölkerungswachstums und des Ersatzes von alten Liegenschaften durch moderne, grössere und teurere Gebäude insbesondere Familien Mühe bekunden, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Diese Entwicklung hat nicht nur in den Grossstädten Zürich und Winterthur ihre Spuren hinterlassen, wie Besetzungen und Demonstrationen gezeigt haben.

Die Vorlage zur Änderung des Planungs- und Baugesetzes PBG ist in 77 der 170 Gemeinden angenommen worden. Fast im gesamten Limmattal. Selbst Stäfa an der Goldküste sprach sich knapp dafür aus. Und auch im beschaulichen, konservativen Zürcher Weinland haben unter anderem Dachsen und Flurlingen für die Änderung votiert. Andererseits bleibt diese gewünschte Änderung vorerst gering. Erst muss der Regierungsrat nun Richtlinien erlassen, was denn überhaupt «kostengünstig» heisst.

Der Kantonsrat dürfte dann hart um die Formulierungen ringen. Erst dann werden die Gemeinden im Einzelfall entscheiden können, ob sie in einem bestimmten Gebiet einen Anteil von «preisgünstigen Wohnraum» anbieten wollen oder nicht. Dann wird der Stimmbürger definitiv entscheiden. Am Sonntag hat er erst ein Signal gesetzt.

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