Bisher war CVP-Politiker Gerold Lauber eher als unauffälliger Schaffer bekannt. Seit zehn Jahren ist er Stadtrat und hält das Amt als Vorsteher des Schul- und Sportdepartements inne, gelegentlich publiziert er eine Kolumne im Tagblatt der Stadt Zürich - Skandale oder schlechte Schlagzeilen? Fehlanzeige. Nun sorgte seine jüngste Publikation jedoch für Aufsehen unter seinen Kollegen. Unter anderem schreibt Lauber über US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump:

Es droht die Gefahr, dass ein Demagoge, der Tiraden loslässt gegen Behinderte und Ausländer, der alle 1,6 Milliarden Muslime verunglimpft und Frauen beleidigt, der Mauern hochziehen will, um das Territorium, welches die Vorväter ihrerseits den Ureinwohnern stahlen, abzugrenzen, und den man aufgrund seines Verschwörungswahns und nationalistisch-rassistischen Verhaltens wohl «Faschist» nennen darf, ins Weisse Haus einzieht. Auch wenns nicht so weit kommen sollte: Sein gefährliches Spiel mit der Angst hat die amerikanische Gesellschaft bereits gespalten.

Laubers Sprecher Ralph Kreuzer bestätigt gegenüber dem "Tagesanzeiger", dass der Schulvorsteher zu seinen Aussagen steht, allerdings handle es sich um Laubers persönliche Meinung und nicht um jene des Gesamtstadtrates.

Kritik aus dem Stadtrat

Doch wie offen darf sich ein Politiker, welcher inmitten des öffentlichen Lebens steht, zu seiner persönlichen Meinung bekennen? Seine Kollegen kritisieren Lauber für dessen Äusserungen scharf: Es sei nicht Aufgabe Laubers, den US-Wahlkampf zu kommentieren, er habe genug Arbeit in Zürich, findet SVP-Fraktionschef Martin Götzl.

Stirnrunzeln löste die Kolumne auch bei FDP-Fraktionschef Michael Schmid aus: "Es fragt sich schon, ob sich ein Zürcher Stadtrat auf diese Art zu diesem Thema äussern soll.", sagte er gemäss "Tagesanzeiger". Neben den Bürgerlichen kritisieren auch linke Stimmen den Eklat. So hält SP-Fraktionschef Davy Graf die Faschismus-Aussage für provokativ. Allerdings hat er auch Verständnis, denn eine persönliche Kolumne erlaube, sich pointiert zu äussern. 

Ähnlich klingt es in sozialen Medien

Dennoch steht Lauber nicht alleine da, denn in den sozialen Medien stimmen ihm Unzählige zu. Ein regelrechtes Trump-Bashing findet zum Beispiel auf Twitter statt. So schreibt ein Nutzer: "Hat Amerika noch nicht realisiert, dass Donald Trump ein verfluchter Faschist ist?" Eine andere Nutzerin versucht die Gemeinschaft zu warnen: "Trump ist keine tickende Zeitbombe. Hört auf, so zu tun, als sei er keine Gefahr. Er ist ein Faschist, hinterlistig und er weiss genau, was er tut."

Tweet: Sieht Amerika, dass Trump ein Faschist ist?

Tweet: Donald Trump Faschist