Sexuelle Belästigung

«Isch d Luisa da?»: Winterthurer Clubs führen Code-Frage ein

Menschen tanzen in einer Diskothek (Symbolbild)

Menschen tanzen in einer Diskothek (Symbolbild)

«Isch d Luisa da?»: Mit dieser Code-Frage sollen Frauen schnell Hilfe erhalten, wenn sie in Winterthurer Bars und Clubs sexuell belästigt werden. Die Bar- und Clubvereinigung Winterthur führt dieses Konzept in zehn Betrieben per sofort ein.

Fühlt sich eine Frau bedrängt, kann sie sich mit der Code-Frage "Isch d Luisa da?" an das Personal wenden, wie Kajo Böni vom Salzhaus gegenüber dem "Landboten" vom Donnerstag sagte. Das Personal wisse dann sofort, was zu tun sei.

Man bringe die Frau an einen geschützten Ort und handle nach ihrem Wunsch. "Wir rufen also zum Beispiel ein Taxi oder informieren das Sicherheitspersonal."

Bisher sei dies zwar auch möglich gewesen. Künftig müssten die Betroffenen aber nicht mehr überlegen, wie sie am besten vorgehen sollten. Oft würden Belästigungen heute nicht gemeldet, da Übergriffe mit Scham behaftet seien.

Sicherheitsgefühl vermitteln

Das Projekt "Luisa" soll gemäss Böni auch ein klares Statement sein: Belästigungen würden in Bars und Clubs nicht toleriert. "Das vermittelt auch ein Sicherheitsgefühl." Natürlich berge dieses Konzept die Gefahr, dass die Code-Frage missbraucht werde. "Das ist aber vor allem kindisch", sagte Böni weiter.

Die teilnehmenden Bars und Clubs machen mit Klebern im Eingangsbereich und Plakaten in den Frauen-WCs darauf aufmerksam. Die Winterthurer Clubs sind zwar die ersten in der Schweiz, in denen Frauen nach "Luisa" fragen können. In anderen Ländern gibt es die Aktion aber schon länger. In Deutschland wird ebenfalls nach "Luisa" gefragt, in Grossbritannien fragen bedrängte Frauen nach "Angela".

Meistgesehen

Artboard 1