Ironman
Ironmänner müssen in Zürich einen kühlen Kopf bewahren

Die Radstrecke am Zürcher Ironman gilt als schwierig und gefährlich. Am Sonntag kommt ein Faktor dazu: die Hitze. Die Organisatoren haben tonnenweise Eis bestellt.

Daniel Stehula
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Der letztjährige Sieger Ronnie Schildknecht auf der Radstrecke, angefeuert von den begeisterten Zuschauern. PHOTOPRESS

Der letztjährige Sieger Ronnie Schildknecht auf der Radstrecke, angefeuert von den begeisterten Zuschauern. PHOTOPRESS

Die Velostrecke, die vielen Eisenmännern und -frauen Respekt einjagt, ist 180 Kilometer lang. Sie ist gespickt mit drei Anstiegen und drei Abfahrten. Zwei der Anstiege tragen Namen: «The Beast» zwischen Uetikon am See und Egg und «Heartbreak Hill» in Kilchberg.

Die zweimal zu fahrende Runde führt von der Landi-wiese bis Feldbach bei Rapperswil und zurück bis Kilchberg der Seestrasse entlang. Hier kam es mehr als einmal zu brenzligen Situationen auf der Strecke, die nicht komplett gesperrt ist.

2010 verletzte sich eine 85-Jährige, als sie vor heranbrausenden Athleten die Strasse überqueren wollte und auf dem Weg zurück aufs Trottoir stürzte. Abfahrten, Gegenverkehr, Zuschauer, die auf die Strecke gelangen können: In der Szene hat die Radstrecke des Zürcher Ironmans den Ruf, schwierig zu sein.

«Angsteinflössend»

Ein Triathlet aus Österreich erklärte im Januar in einem Online-Forum, die Zürcher Radstrecke sei vor allem bei den Abfahrten – mit motorisiertem Gegenverkehr – und im Bereich der Promenade (wegen der Fussgänger) «sehr gefährlich».

Ein Teilnehmer aus Louisiana (USA) hält in seinem Online-Renntagebuch fest, die Abfahrten hätten Spass gemacht, seien aber auch angsteinflössend gewesen.

Es gibt Schweizer Athleten, die wegen der Sicherheit auf einen Start verzichten und auf Veranstaltungen im Ausland ausweichen. Trotz allem sind die Startplätze jeweils schnell vergeben.

Strecke ist nicht ganz zu sperren

Manuel Orth, Sprecher der Ironman-Organisatorin BK Sportpromotion, kennt die Kritik und sagt: «Wir können die Strecke nicht ganz absperren.» Sonst sei der Verkehr zu stark beeinträchtigt.

Im Bereich von Start, Ziel und Wechselzonen sind die Strassen gesperrt. Wer die Strecke nicht kennt, kann in der Woche vor dem Rennen an geführten Streckenbesichtigungen teilnehmen.

Die letzte hat gestern stattgefunden. Orth räumt ein, dass dies für Athleten mit einem weiten Anreiseweg zeitlich knapp sei. Doch: «Bei den Abfahrten hat es Streckenposten, welche die Fahrer warnen».

Den Organisatoren bereitet aktuell jedoch die Hitze grössere Sorgen. Für das Wochenende sind Temperaturen um die 35 Grad Celsius angesagt. Die Wassertemperatur des Zürichsees steigt langsam an.

Beträgt sie am Sonntag 24,5 Grad oder mehr, dürfen die Teilnehmer ihre Neoprenanzüge nicht einsetzen. «Sonst könnten sich ihre Körper zu stark erhitzen», sagt Orth. Nach den 3,8 Kilometern Schwimmen geht es erst richtig los:

180 Kilometer Velofahren und ein Marathon zum Abschluss. Die Organisatoren werden von allem mehr zu den Verpflegungsstellen bringen:

Getränke, Wasserschwämme, Energiegels. «Ausserdem haben wir Eiswürfel bestellt», sagt Orth, «über zwei Tonnen.» Die sollen sich die Athleten in den Nacken legen oder unter die Mütze auf den Kopf.

Weil an einem sehr heissen Tag die Athleten mehr als die üblichen drei bis vier Liter Schweiss absondern, haben die Organisatoren spezielle Salzpräparate geordert. Der Kontrollschluss bleibt bei 16 Stunden Laufzeit.