Ausländer
Integrationsförderung: «Wir müssen hinschauen, wenn es nicht gut läuft»

Der Zürcher Stadtrat setzt auf eine aktive, pragmatische und zielorientiert Integrationspolitik. Nun hat er seine integrationspolitischen Ziele festgelegt und sechs vordringliche Stossrichtungen formuliert.

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"Vielfalt sei eine der Stärken der Stadt, die zur Lebensqualität beitrage, sagt Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP).

"Vielfalt sei eine der Stärken der Stadt, die zur Lebensqualität beitrage, sagt Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP).

Limmattaler Zeitung

Die Integrationsziele basieren auf dem Integrationsbericht 2009 und gelten für die Jahre 2012-2014. 60 Prozent der Zürcherinnen und Zürcher haben einen Migrationshintergrund, entweder sie selbst sind im Ausland geboren oder mindestens ein Elternteil. «Die Zürcher Bevölkerung ist vielfältig und es geht uns gut damit», sagte Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) am Freitag vor den Medien.

Die Integration in der Stadt sei eine Erfolgsgeschichte, aber auch eine Herausforderung, sagte Mauch. Nach wie vor lebten Menschen in Zürich, die ungenügend deutsch können, die mit Werten und Gesetzen in Konflikt geraten oder die den Schritt in die wirtschaftliche Eigenständigkeit nicht schaffen. Auf der anderen Seite gebe es Ängste bei Einheimischen sowie diejenigen, die finden, dass es mit weniger Migranten auch weniger Probleme gäbe.

Lebensqualität durch Vielfalt

Die Vielfalt sei eine der Stärken der Stadt, die zur Lebensqualität beitrage, sagte die Stadtpräsidentin. Integration sei ein vielschichtiger, komplexer Prozess, der Einheimische und Zugezogene betrifft. «Erfolg fällt uns nicht einfach in den Schoss, aber Engagement lohnt sich», sagte Mauch.

Dazu gehört auch, dass Probleme bei der Integration frühzeitig erkannt und aktiv angegangen werden. «Wir müssen hinschauen, wenn es nicht gut läuft», sagte Christof Meier, Leiter Integrationsförderung.

Der Stadtrat setzt daher auf eine aktive Integrationspolitik. Zum einen betrifft diese das gesamte städtische Handeln. Dienstleistungen sollen so gestaltet sein, dass sie alle Bevölkerungskreise erreichen. Ergänzend dazu gibt es spezielle Angebote für Ausländerinnen und Ausländer wie Integrationskurse für junge Erwachsene, die erst nach der obligatorischen Schulpflicht in die Schweiz kommen.

Integration findet auch im Alltag statt

Neu ist der Ausbau der Erstinformation für Ausländerinnen und Ausländer vorgesehen unter anderem mit 10- bis 12-wöchigen Integrationskursen für Frauen. Dazu braucht es allerdings noch die Genehmigung des Gemeinderates.

Die Integration finde jedoch nicht in Amtsstuben satt, sondern draussen im Alltag, bei der Arbeit, in der Schule, im Quartier, in Vereinen und auf der Strasse, sagte Mauch. Weil für das Lernen der Sprache der Arbeitsplatz besonders wichtig ist, sollen Arbeitgeber informiert und unterstützt werden. Im Sommer erscheint dazu der Flyer «Sprachförderung am Arbeitsplatz».

Die sechs Hauptstossrichtungen der integrationspolitischen Ziele heissen: Chancengleichheit erhöhen, Eigenverantwortung ermöglichen, Willkommenskultur pflegen, gutes Zusammenleben fördern, Herausforderungen angehen und aktive integrationspolitische Positionierung. Für jedes Thema wurden zwei bis drei strategische Ziele mit verschiedenen Aktivitäten und Massnahmen formuliert.