Gemeinderat
Innovatives Überbauungsprojekt in der Kalkbreite möglich

Auf dem Kalkbreiteareal wird eine innovative Überbauung mit Wohnungen und Gewerberäumen entstehen. Der Gemeinderat den entsprechenden Gestaltungsplan gutgeheissen. Dieser ermöglicht auch autoarmes Wohnen - was zu langen Diskussionen führte.

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So soll die Überbauung aussehen.

So soll die Überbauung aussehen.

Zur Verfügung gestellt

Bisher wird das Gelände zwischen Kalkbreite- und Badenerstrasse in Zürich-Aussersihl vom Tramdepot dominiert. Die Tramabstellanlage wird aus Lärmschutzgründen überdeckt.

Auf 6350 Quadratmetern errichtet die Genossenschaft Kalkbreite Wohnraum für bis zu 250 Personen sowie Gewerbe- und Kulturräumen mit 250 Arbeitsplätzen. Die ganze Überbauung orientiert sich an den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft.

Geplant ist eine Vielfalt von Wohnungstypen: Von der Einzimmer- Wohnung bis zu jener für Grosshaushalte mit zehn Zimmern. Pro Person ist eine Wohnfläche von 35 Quadratmetern vorgesehen.

Der Gestaltungsplan, der mit 81 Ja- gegen 41-Neinstimmen vom Gemeinderat angenommen wurde, ermöglicht so genannt autoarmes Wohnen. Dies bedingt, dass die meisten Leute, die dort wohnen oder arbeiten, kein Auto haben.

Vorgesehen sind lediglich einige wenige Parkplätze. Daran störten sich SVP und FDP. Der ruhende Verkehr werde in die blauen Zonen im Quartier eindringen, sagte ein SVP-Vertreter.

Ein anderer kritisierte die «verheerenden Geisteshaltung», die jemandem einen Lebensstil aufzwingen wolle und das Denunziantentum fördere. Denn wie wolle man sonst kontrollieren, ob jetzt jemand ein Auto habe oder nicht. Die FDP bemängelte ebenfalls, dass der Gestaltungsplan autoarmes Wohnen ermögliche.

«Mir Freude den Ja-Knopf drücken»

Die restlichen Gemeinderats Fraktionen drückten den Ja-Knopf - und zwar noch selten mit so grosser Freude, wie eine SP-Vertreterin sagte. Auch Stadtrat André Odermatt (SP), Vorsteher des Hochbaudepartementes, zeigte sich erfreut darüber, dass ein politischer Prozess nach 33 Jahren ein Ende finde.

Odermatt betonte, dass Zürich solch innovative, zukunftgerichtete Projekte, die in allen Dimensionen der Nachhaltigkeit verpflichtet sind, brauche. Das Kalkbreite-Projekt werde wohl über Zürich hinaus wahrgenommen werden, sagte Odermatt.

Wichtig seien jedoch auch klare, rechtliche Grundlagen, wie sie der Gestaltungsplan nun festlege. Nach Ansicht der Grünen, war am Mittwoch ein «grosser Tag für Zürich». Denn so sollte man heute - und künftig - in Zürich wohnen und arbeiten. Auch die CVP sprach von einem Freudentag, die GLP von einem mutigen Projekt.

Die AL zeigte sich überzeugt, dass man vernünftige Lösungen finden werde, um das Mobilitätskonzept umzusetzen. Und die Schweizer Demokraten begründeten ihr Ja damit, dass in Zürich schon Dümmeres gemacht worden sei.

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