Das kantonale Hochbauamt hatte 2008 bei einer Inspektion festgestellt, dass das Innere der Kirche in einem äusserst schlechten Zustand war. Infolge der hohen Luftfeuchtigkeit war die gesamte Ausstattung von Schimmel befallen. Zudem hatten sich Teile der Stuckaturen und der Freskenschicht vom Gewölbe gelöst.

Mit einem umfangreichen Massnahmenpaket konnte nun der Erhalt der wertvollen Innenausstattung der Kirche für die kommenden 25 bis 30 Jahre gesichert werden, wie die Baudirektion am Montag mitteilte.

Neben der neuen kontrollierten Lüftung wurden die Stuckaturen mittels Verankerungen und Hintergiessungen gesichert, die Malschichten gefestigt und gereinigt. Zudem haben Restauratoren und Handwerker den Schimmelpilzbefall auf dem Holzwerk und auf den Malereien behandelt. Um das Einströmen von feuchter Luft zu vermeiden, wurde der Windfang beim Eingang baulich verändert.

Mit einem neuen Lüftungssystem sollen künftige Schäden verhindert werden. (Archivbild)

Mit einem neuen Lüftungssystem sollen künftige Schäden verhindert werden. (Archivbild)

Umfassend revidiert wurde auch die aus dem Jahr 1715 stammende Haupt-Orgel. Die Chor-Orgel (Baujahr 1710) soll im kommenden Monat revidiert werden. Schliesslich wurden praktisch alle elektrischen Installationen, darunter auch die Beleuchtung, erneuert.

Die Arbeiten wurden in drei Etappen ausgeführt und dauerten rund dreieinhalb Jahre. Der vom Regierungsrat bewilligte Kredit von knapp 4,9 Millionen Franken könne eingehalten werden, schreibt die Baudirektion.

Feuchtigkeit als ProblemDie klimatischen Bedingungen im Innern der Kirche haben sich in den letzten 100 Jahren verändert, wie es in der Mitteilung heisst. Durch den Bau des Rheinkraftwerks in den 1950er Jahren ist die Klosterinsel Rheinau heute praktisch von stehendem Wasser umgeben. Dies begünstigt die Wasserverdunstung.

Negativ ausgewirkt haben sich auch bauliche Massnahmen an der Kirche. Dazu gehört die im Laufe des 20. Jahrhunderts vollständige Schliessung der ursprünglichen Öffnungen in der Decke. Diese dienten der Regulierung der Luftzirkulation. Geschadet hatte auch der 1978 aussen aufgebrachte Zementputz. Dieser hat das bauphysikalische Gleichgewicht des Gebäudes gemäss der Baudirektion zusätzlich negativ beeinflusst.