Am 18. Mai wird über die Initiative "Keine Werbung für alkoholische Getränke auf Sportplätzen sowie an Sportveranstaltungen im Kanton Zürich" abgestimmt. Der Regierungsrat hat das zur Initiative gehörige Bild von Eishockeyspielern abgelehnt. Auf der Montur sind zwei Schweizer Biermarken prominent zu sehen. Die Initianten haben diesen Entscheid nicht verstanden: «"Wie sollen wir ein Werbeverbot darstellen, wenn wir keine Werbung abbilden dürfen?"»

Bild, das Regierungsrat wegen der Werbung abgelehnt hat: Die Initianten finden das lächerlich, weil das ja gerade das Thema ist.

Bild, das Regierungsrat wegen der Werbung abgelehnt hat: Die Initianten finden das lächerlich, weil das ja gerade das Thema ist.

Das Initiativkomitee verzichtet aber auf eine Klage vor dem Bundesgericht gegen den Zensur-Entscheid des Zürcher Regierungsrats. Stattdessen reichen sie ein neues Bild nach, um das Engagement für einen Sport ohne Alkoholwerbung zu illustrieren. Darauf stehen «Lager Bier» und «Bier» statt echte Biermarken:

Das ist die neu eingereichte grafische Darstellung.

Das ist die neu eingereichte grafische Darstellung.

Würde das Initiativkomitee den Zensur-Beschluss anfechten, fiele der Gerichtsentscheid wohl erst nach der Abstimmung. Im Fall, dass der Beschluss des Regierungsrates durch das Bundesgericht korrigiert wird, müsste unter Umständen die Abstimmung sogar wiederholt werden. Das Risiko einer zweiten Abstimmung möchte das Blaue Kreuz den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern indessen nicht zumuten, sagen sie in einer Medienmitteilung.

Das Initiativkomitee reichte dem Regierungsrat gestern ein Bild in Form einer grafischen Darstellung nach. Wie sich dies der Regierungsrat wünscht, sind darauf keine Alkoholmarken erkennbar. Trotzdem stellt das Bild eine realistische Situation dar.

Das Blaue Kreuz möchte schon allein deshalb nicht auf eine Bebilderung in der Abstimmungszeitung verzichten, weil «ein Bild mehr sagt als tausend Worte». Mit dem Bild lässt sich gemäss Komitee die heutige Realität ebenfalls darstellen und nachvollziehbar aufzeigen.

Blaues Kreuz kritisiert Regierungsrat scharf

Das Blaue Kreuz erachtet das Vorgehen des Regierungsrates als demokratisch fragwürdig und ist enttäuscht vom Vorgehen des Regierungsrats, das ihrer Meinung nach die demokratischen Rechte der Initianten beschneidet. Legitime Einsprachen gegen eine Zensur in Abstimmungszeitungen werden dadurch ausgehebelt und würden jede Wirkung verlieren.

Unabhängig von diesem Einzelfall fordert das Initiativkomitee das Zürcher Kantonsparlament deshalb auf, diese politischen Abläufe aus demokratischer Sicht kritisch zu hinterfragen und zu überprüfen.

Was will die Initiative?

Das blaue Kreuz fasst ihren Vorstoss wie folgt zusammen:

«Alkoholwerbung und Sportler? Das passt wie der Bierbauch zum Marathonläufer. Werbung für Alkohol ist überflüssig und dient nur dazu, die Umsätze der Biermultis zu steigern. Sportanlässe lassen sich heute sehr gut mit alkoholfreier Werbung finanzieren, das beweisen etwa die Fussballclubs FCZ und GC. Sportlerinnen und Sportler sind Vorbilder für viele Jugendliche und Kinder. Deshalb ist Alkoholwerbung im Sport fehl am Platz und deshalb stärkt ein Ja zur Initiative den Vorbildcharakter des Sports.»

Blaues Kreuz
Das Blaue Kreuz ist eine Non-Profit-Organisation, die einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol fordert und Betroffene und Angehörigen begleitet, wenn der Alkohol Probleme verursacht.

1877 war es das erste Hilfswerk, das Menschen mit Alkoholproblemen geholfen hat. Seitdem hat sich das Blaue Kreuz zu einer führenden Institution für Prävention, Beratung und Integration im Bereich der legalen Suchtmittel entwickelt.