Rund 50 Unternehmen und Organisationen im Kanton Zürich gewähren an diesem Freitag und am Samstag Einblick in verschiedenste Bereiche der Informatik. Die Anlässe stehen allen Interessierten offen, besonders angesprochen sind Schulklassen, für die bereits seit gestern Kurse durchgeführt werden. Mit dem Thema «Schule und Digitalisierung» befassen sich mehrere Veranstaltungen.

Mit dem Lehrplan 21, der im Kanton Zürich ab dem Schuljahr 2018/19 eingeführt wird, wird der Stellenwert der Informatik auch im Schulalltag gestärkt. Im neuen Fach «Medien und Informatik» sollen den Schülerinnen und Schülern künftig wichtige IT-Grundkenntnisse vermittelt werden. Der Umgang mit Medien ist bereits Bestandteil des aktuellen Lehrplans. Die Vermittlung von IT-Grundwissen hingegen findet bisher nicht systematisch statt. «Wir gehen davon aus, dass lediglich Lehrpersonen, die sich privat mit Informatik auseinandersetzten, deren Inhalte bisher im Unterricht behandelt haben», sagt Marion Völger, Leiterin des Volksschulamtes des Kantons Zürich, auf Anfrage. Das soll sich mit dem Lehrplan 21 ändern. Vorgesehen ist unter anderem, dass die Schüler Problemstellungen erfassen und in ein einfaches Programm umsetzen können.

Weiterbildung nötig

In den Schulalltag Einzug gehalten hat die Digitalisierung natürlich längst, sei es in der Verwaltung oder in der Kommunikation mit Schülern und Eltern. Auch im Unterricht spielen moderne Geräte eine wichtige Rolle. «Digitale Lernressourcen werden verstärkt eingesetzt, denn die Lehrmittel enthalten vermehrt digitale Bestandteile. Bei manchen sind diese so zentral, dass ohne deren Nutzung das Lehrmittel deutlich eingeschränkt ist», sagt Völger.

Um das neue Fach «Medien und Informatik» unterrichten zu können, wird es für die Lehrpersonen laut Völger eine Weiterbildung geben. «Mittelstufen- und Sekundarlehrpersonen, die das Fach unterrichten werden, erwerben eine Unterrichtsqualifikation im Rahmen von 90 Stunden.» Die Weiterbildung enthalte interaktive, multimediale E-Learning-Einheiten sowie Präsenzveranstaltungen an der Pädagogischen Hochschule Zürich.

Infrastruktur anpassen

Auf den neusten Stand gebracht werden müssen aber nicht nur die Kenntnisse der Lehrpersonen, sondern vielerorts wahrscheinlich auch die Infrastruktur. «Die Beschaffung der ICT-Infrastruktur liegt in der Verantwortung der Gemeinden», sagt Völger. Der Kanton habe 2012 eine Musterlösung zuhanden der Gemeinden empfohlen, auf deren Grundlage viele Gemeinden ihr lokales Medien- und ICT-Konzept entwickelt hätten. Darin werde auch die Infrastruktur thematisiert.

Im November 2016 habe der Bildungsrat das Volksschulamt beauftragt, in einem Bericht eine umfassende Sicht auf eine zielgerichtete Entwicklung der schulischen ICT-Infrastruktur auszuarbeiten. «Darin werden die Themen Laptops, Tablets oder Smartphones umfassend behandelt werden.» Der Kanton werde jedoch auch zukünftig keine Vorschriften erlassen, sondern den Gemeinden Empfehlungen vorlegen.