Soziale Medien
Influencer im Namen des Herrn: Katholische Kirche der Stadt Zürich ist bald auf Tiktok

Die Katholische Kirche der Stadt Zürich ist bereits auf Facebook, Instagram und Youtube aktiv. Derzeit wird geplant, auch auf der Plattform Tiktok präsent zu sein.

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Über die Sozialen Netzwerke können die Jungen angesprochen werden.

Über die Sozialen Netzwerke können die Jungen angesprochen werden.

Urs Bucher

Die klassischen Influencer sind uns bekannt: Sie lancieren Make-up-, Mode- oder Fitnesstrends, filmen sich und ihr Leben. Nun gibt es eine neue Spezies: «Christfluencer» teilen etwas ganz anderes auf Instagram und Co. – ihren Glauben.

In Frankreich ist die Zahl der auf Tiktok aktiven Priester seit Corona in die Höhe geschnellt. Wenn der französische Star-Tiktoker Vater Matthieu (34) vom Erzbistum Sens-Auxerre locker-flockig ein «Unpacking» macht – statt Schminke wie bei einer Beauty-Influencerin werden ihm Kerzen zugeschickt –, schauen ihm 400’000 Menschen zu. Der Boom ist so gross, dass die französische Bischofskonferenz nun eine Arbeitsgruppe zu Tiktok einberufen hat.

In der Stadt Freiburg stehen die Dominikaner des Klosters Saint-Hyacinthe abwechselnd vor die Kamera, um auf Instagram das Evangelium des Tages zu erklären.

Die katholische Kirche der Stadt Zürich und ihr reformiertes Pendant lancierten beide vor kurzen eigene Instagram- und Youtube-Formate. «Die Pandemie hat die Kirche in Bezug auf die sozialen Medien 100 Jahre nach vorne katapultiert», sagt die reformierte Pfarrerin Priscilla Schwendimann. Uwe Burrichter, und Co-Dekan der katholischen Kirche der Stadt Zürich, sagt: Gott und Instagram, das passe gut zusammen: «Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass Jesus heute auch auf Instagram und Youtube wäre! Er baute eine Gemeinschaft auf, also eine Community – und alle, die ihm nachfolgten, waren im wahrsten Sinn des Wortes Follower.»

Der Erfolg der geistlichen Influencer nimmt zum Teil überirdische Dimensionen an: Auf den Philippinen evangelisiert Priester Fiel Pareja via Tiktok zwei Millionen Abonnenten.

Die hiesigen Influencer feiern aktuell noch bescheidenere Erfolge. Das meistgesehene Video des Kanals der Zürcher Katholiken generierte 48'000 Aufrufe. Vielleicht folgt der grosse Durchbruch für die Zürcher Katholiken auch auf Tiktok. Co-Dekan Uwe Burrichter: «Ein Projekt ist in den Startblöcken.»

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