Art Loops
In Zürich kann man beim Spazieren jetzt Kunst entdecken

Der Künstler Matteo Hofer hat im Auftrag der Stadtzürcher Fachstelle Kunst und Bau vier Kunstspaziergänge konzipiert. Die sogenannten Art Loops führen durch die Quartiere Aussersihl, Wiedikon, Altstetten/Albisrieden und Zürich Nord.

Matthias Scharrer
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Oft läuft man achtlos an Kunstwerken vorbei, die irgendwo in der Stadt herumstehen. Dabei wären sie eigentlich dazu gedacht, einem die Augen zu öffnen, auf dass man die Umgebung anders wahrnehme; «sie sollen Verwirrung stiften», erklärte der Künstler Matteo Hofer gestern in Zürich vor den Medien.

Hofer hat im Auftrag der Stadtzürcher Fachstelle Kunst und Bau vier Kunstspaziergänge konzipiert, die genau dazu dienen. Die sogenannten Art Loops führen durch die Quartiere Aussersihl, Wiedikon, Altstetten/Albisrieden und Zürich Nord. Zwei weitere Spaziergänge sollen nächstes Jahr hinzukommen, voraussichtlich durch die Stadtkreise 6 und 12. Das Besondere daran: Zum einen hat Hofer «Partituren» geschrieben, Wegbeschreibungen, die einem tatsächlich die Augen öffnen.

Autofreie Zone zwischen den Hochhäusern

Kostprobe aus der Partitur für Aussersihl, nahe bei der Hochhaussiedlung Hardau: «Schwenken Sie links um die Turmecke und steigen sie über eine zickzackförmige Rampe in die etwas höher gelegene autofreie Zone zwischen den Hochhäusern. Verschiedene, in sich eingesunkene und dadurch kissenartig weich wirkende Säulenstümpfe säumen das vor Ihnen liegende Wegstück. Dieses führt sie an der Südseite der Überbauung über eine zweite Rampe in den Hardaupark. Gehen Sie nun zu dem an eine Waffe erinnernden Y und machen Sie es sich auf der Schaukel behaglich.»

Zum anderen werden die Kunstwerke mit speziellen Hinweisschildern versehen: Wer sie per Smartphone einscannt oder fotografiert, kann sich zusätzliche Informationen aus dem Internet aufs Handy holen. Bis zur Vernissage am 23. Mai sollen sämtliche Hinweisschilder angebracht sein, hiess es beim gestrigen Medienrundgang. Ab heute sind die Wegbeschreibungen online. Zudem sind sie bei der Fachstelle Kunst und Bau erhältlich sowie in Zürichs Tourismus-Büros, zum Beispiel am Hauptbahnhof.