Geburtskliniken
In Zürcher Spitälern herrscht kein Geburten-Notstand

Frauen, die in Züricher Spitälern gebären, werden nicht zu früh nach Hause geschickt. «Vorzeitige und medizinisch unsichere Entlassungen von Wöchnerinnen gibt es nicht», schreibt der Regierungsrat in der Antwort auf eine Anfrage im Kantonsrat.

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Schwangere beim Ultraschall. (Foto: Keystone)

Schwangere beim Ultraschall. (Foto: Keystone)

Im Jahre 2009 kamen in den Zürcher Spitälern 15'226 Kinder zur Welt. Dabei betrug die mittlere Aufenthaltsdauer der Wöchnerinnen 6,3 Tage. Ein Vergleich mit Deutschland zeige, dass bei vergleichbarer Qualität der medizinischen Versorgung die mittlere Aufenthaltsdauer rund 20 Prozent höher sei, hält der Regierungsrat in seiner am Donnerstag publizierten Antwort fest.

Der Vergleich deute darauf hin, dass die Spitäler im Kanton Zürich noch Reserven punkto der stationären Verweildauer gesunder Neugeborener hätten. Selbst die Ausschöpfung dieser Reserven führten nicht zu Einbussen in der medizinischen Versorgung.

Kein Notstand

Laut Regierungsrat bestehen auch keine Anzeichen für eine Unterversorgung. Im Jahre 2010 hätten lediglich das Stadtspital Triemli, das Universitätsspital Zürich (USZ) sowie das Spital Zollikerberg Schwangere für die Geburt an ein anderes Spital verweisen müssen.

Beim USZ, das rund 2500 Geburten verzeichnete, waren es rund 30 Schwangere, die abgewiesen werden mussten. Am Stadtspital Triemli mit rund 1700 Geburten wurden 14 und im Spital Zollikerberg bei 1500 Geburten 4 schwangere Frauen wegen Kapazitätsengpässen an andere Spitäler verwiesen. Von einem Notstand könne demzufolge nicht gesprochen werden, schreibt der Regierungsrat.

Er räumt aber ein, dass die Geburtshilfe mehr als andere Bereiche der medizinischen Versorgung starken Schwankungen unterworfen ist. Das Versorgungssystem im Kanton sei so ausgelegt, dass die Spitäler individuell die meisten Belastungsspitzen auffangen könnten.

Wenn die Aufnahmekapazität eines Spitals ausgeschöpft sei, müsse auf ein benachbartes Spital ausgewichen werden. Angesichts der geringen Distanzen zwischen den Leistungserbringern erscheine dies medizinisch zumutbar und auch ökonomisch sinnvoll. Die Spitäler auf extreme Bedarfsspitzen auszurichten, sei wirtschaftlich weder sinnvoll noch tragbar.