Die Reise der beiden Winterthurer Geschwister nach Syrien wurde den Mitschülern des Mädchens am Montag eröffnet. Einige Reaktionen der Schüler der Sekundarschule in Winterthur-Töss waren sehr emotional, wie Schulpflegepräsident Felix Müller gegenüber dem «Landboten» sagte. 

Wichtig sei vor allem, dass sich die Schüler jederzeit an ihre Schulleiter, die Lehrer und die Schulsozialarbeiter wenden können, wenn sie etwas beschäftigt. Man sensibilisiere das Lehrpersonal natürlich auch darauf Veränderungen der Schüler zu beobachten. 

Zwei weitere Fälle seien ausserdem im Gespräch. Die Schule sei aber bemüht den Kontakt zu den Eltern und Schülern zu suchen und die Situation zu verfolgen. Die beiden sollen die gleiche Moschee in Embrach besucht haben wie die 15-Jährige. «Wie es den Jugendlichen geht, die im Kontakt zu den Vermissten standen, wird sich weisen. Wir gehen davon aus, dass diese ihre radikale Haltung auch wieder hinterfragen, nach all dem, was passiert ist», so Felix Müller.

«Es sind Einzelfälle»

Vor rund drei Monaten kam die heute vermisste Schülerin verschleiert zum Unterricht. Sie sagte offenkundig, dass sich ihre Einstellung verändert habe. Ein Gespräch mit den Eltern wurde gesucht. Danach verhielt sich die Schülerin wieder unauffällig und erfüllte ihre Schulpflicht voll und ganz, äusserte sich Felix Müller gegenüber der Zeitung. Für die Schule sei der Fall damit erledigt gewesen. Sie habe nicht die Ressourcen, um die private Entwicklung von Schülern zu verfolgen oder zu korrigieren.

Es halte sich aber im Grossen und Ganzen um Einzelfälle. Die Winterthurer Schulen hätten also kein generelles Problem mit sich radikalisierenden Muslimen.