Was im regionalen Richtplan Furttal neu als Erholungszone markiert ist, könnte bis im Jahr 2020 zu einem wichtigen Treffpunkt für Surfer werden. Die Idee für den Wellensee bei der Sportanlage Wisacher stammt aus der Feder des Vereins Waveup. Das 18-köpfige Team um Präsident Pascal Brotzer hat sich 2012 zusammengeschlossen und engagiert sich seither für einen geeigneten Standort für einen 300 Meter langen und rund 80 Meter breiten See. Mittels Generator sollen dort künstliche Wellen erzeugt werden können. Lässt sich dieses Projekt realisieren, könnte man durchaus von der Schweizer Surf Revolution reden – so auch das Motto des Vereins.

Wie sich zeigte, war die Standort-Suche aber alles andere als einfach. Anfänglich liebäugelte der Verein mit einer Anlage in Zürich Brunau. Doch das Areal nahe des Einkaufszentrums Sihlcity soll planmässig unter Schutz gestellt werden. Für den Waveup-Präsidenten Brotzer war das aber noch lange kein Grund, aufzugeben: «Auf politischer Ebene haben wir grünes Licht für das Projekt.» Dank Unterstützung des Hochbaudepartements und des städtischen Tiefbauamts ist der Verein auf das Gebiet Leematten in Regensdorf aufmerksam geworden.

Das Areal ist bereits rechtskräftig einer Erholungszone zugewiesen, wird aber noch landwirtschaftlich genutzt. Es war denn auch der Gemeinderat von Regensdorf, der die Absicht verlauten liess, die Erholungszone an den Standort Wisacher umzulagern. Dort mit dem Betrieb der Surfanlage anzusiedeln, wäre auch aus ökologischer Sicht deutlich attraktiver.

Auf dem Weg zur Baueingabe

Denn unmittelbar in der Nähe des künftigen Wellensees befindet sich auf dem Areal der Baufirma Kibag bereits ein Gewässer. Weil Grundwasser in die ehemalige Kiesgrube floss, wandelte sich die trockene Steinmulde in ein Wasserbecken. Weil ständig Wasser zufliesst, muss das Grundwasser abgepumpt werden. Gerade dieses überschüssige Wasser könnte künftig für den Betrieb der Surfanlage weitergenutzt werden. Brotzer sieht vor, den See für Surfer sowie auch der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen: «Wir planen Trainingszeiten für Surfer ein. Daneben kann der See als Badeanlage genutzt werden.» Die Anlage soll zudem über einen Surfshop, eine Surfschule und einen Restaurantbetrieb verfügen. Weiter erarbeitet das Team um Brotzer derzeit ein Bildungskonzept für einen Seekindergarten.

Bis der Traum vom Surfen in Regensdorf auch tatsächlich Realität werden kann, haben Vereins- wie auch Gemeindevertreter noch einen langen politischen Weg vor sich. Beim Richtplaneintrag handelt es sich derzeit um eine Planungsgrundlage für die Nutzung des Gebietes Wisacher. Nach der nun kürzlich abgeschlossenen öffentlichen Auflage des regionalen Richtplans Furttal sind zwei Einwendungen hängig.

«Diese beiden Einwendungen werden nun im Vorstand diskutiert und in einem erläuternden Bericht abgehandelt», teilt Stefan Pfyl auf Anfrage mit. Er ist Gemeindeschreiber von Regensdorf und Sekretär der Zürcher Planungsgruppe Furttal. Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, kann Pfyl keine inhaltlichen Angaben zu den Einsprachen machen. In der Folge werde der Ergänzungsbericht sowie der Bericht über die Einwendungen der Delegiertenversammlung der Furttaler Planungsgruppe zum Beschluss vorgelegt und zuhanden des Kantons verabschiedet. Dies dürfte spätestens im Oktober der Fall sein.

Dimension des Projektes wächst

Dann gilt es für den Verein Waveup ernst. Er muss das geplante Projekt soweit vorwärts bringen, dass es «baueingabefähig» ist, wie Brotzer sagt. «Wir sind im Austausch mit möglichen Investoren, lancieren ab dem 9. Juni ein Crowdfunding, das uns hilft, die Arbeitskosten zu decken.» Momentan arbeiten die Mitglieder des Vereins ehrenamtlich und nebenberuflich. «Mit den Arbeitsstunden nach Feierabend lässt sich die Dimension des Projektes schon bald nicht mehr stemmen», sagt Brotzer.

Zudem verlangt die Konzeptionierung einiges an Organisation: Für die Surfanlage in Regensdorf müssen Abklärungen bezüglich der Umweltverträglichkeit gemacht werden, ein Verkehrskonzept muss ausgearbeitet und Architekten für die baulichen Massnahmen beigezogen werden.