Ein Rekord sei kaum zu erwarten: «An Allerheiligen ist Nebel vorausgesagt, da gehen viele Innerschweizer wohl lieber auf die Rigi als zu uns», mutmasst er.

Schnurstracks zu den Lamborghinis

Was lockt die Menschen an? Für eine Mutter mit ihrer Tochter, die schnurstracks den Lamborghini-Bereich ansteuern, ist klar: tolle Autos. Die Tochter, schätzungsweise um die 30, erklärt mit leuchtenden Augen, ein Lamborghini sei natürlich das Nonplusultra. Da glänzt er gelbgrün, die Tochter lässt sich gerne mit dem schnellen Wagen im Hintergrund ablichten. Aber die 313'900 Franken sind für sie jenseits von gut und böse. Sie selber fährt einen Abarth. «Ein bisschen Tuning gehört dazu», verrät sie. Ihr Wagen ist schwarz, mit silberfarbigen Felgen und entsprechendem Auspuff. Auch ihre Schwester ist Autofan. »Ich weiss nicht, wie es gekommen ist, dass gleich beide Töchter auf Autos abfahren», meint die Mutter. Die Tochter sagt: «Ich durfte mal an eine Ausstellung mitgehen, und seither ist die Begeisterung da.»

Wichtiges «Gesicht»

Eine ganze Familie mit Vater, Mutter und erwachsener Tochter begutachtet gerade einen Skoda Yeti. Der Vater weist die Mutter darauf hin, dass die Scheinwerfer jetzt eine modernere Form haben, und die Mutter bestätigt: «Jetzt gefällt er mir besser.» Aber in nächster Zeit ist kein Ersatz für das jetzige Familienauto geplant. Nur die Tochter kann sich vorstellen, demnächst einen neuen Wagen zu kaufen. Sicher ist, dass sie weiter einen geschalteten Wagen will. Der Vater hingegen schwört auf einen Automaten. Und Allradantrieb muss sein. Vielleicht wird der nächste Wagen der Eltern doch ein Yeti sein. Wenn dann das «Gesicht» des Fahrzeugs der Mutter noch gefällt.

Es sind auffallend viele Zweiergruppen unterwegs: viele Männer mit einem Kollegen, aber auch Paare, meist in einem fortgeschrittenen Alter. Nun ja, mitten an einem Werktag kann nicht jeder oder jede freimachen.

Betriebsausflug an die Autoschau

Eine Ausnahme ist ein junger Bursche mit gern zur Schau getragenen Tattoos an den Armen, der sich gerade einen Mercedes ansieht. Er ist mit Kollegen da, und auch sein Chef ist mit dabei. «Wir sind hier gleichsam auf einem Betriebsausflug», lacht er. Ihre Firma hat mit Autos gar nichts am Hut, sie ist in der Filmbranche tätig. Anders der Bursche selber: er hat zunächst Autolackierer gelernt. Er fährt gern einen sportlichen VW Golf. «Mir geht nichts über ein deutsches Auto», gesteht er. «Da stimmt einfach alles, auch die Qualität.»

Zwei ältere Herren setzen sich hintereinander in einen Toyota Avensis. Wenn der vordere seinen Sitz ganz nach hinten fährt, hat der hintere für die Beine kaum mehr Platz.

«Siehst du, darum brauche ich ein grösseres Auto», sagt er. Wenn er mit seiner Schwiegermutter fahre, benötige er auch Raum für deren Rollator. Er hatte in seinem Leben schon verschiedene Marken ausprobiert: Opel, Ford, Volvo, Toyota. «Auf die Marke kommt es mir nicht an», meint er. Genügend Platz und Bequemlichkeit, das suche er, und er sei daher froh, dass man an der Auto Zürich alle möglichen Marken und Typen vergleichen könne.

Nebenan begutachtet eine Frau einen Auris. Sie ist auf der Suche nach einem neuen Auto. Ihr bisheriges mache ihr keine Freude, denn bei matschigen Strassen komme es rasch ins Schlingern.

Fachsimpeln bei Gratiskaffee

Am Erdgas-Stand, der mit Gratiskaffee die Leute lockt, wird nicht nur über erdgasbetriebene Autos diskutiert. Gerade geht die Diskussion um den Opel Mokka. Der habe einen äusserst clever eingebauten Fahrradhalter für bis zu drei Zweiräder, rühmt ein Herr. Etwas Ähnliches habe er sonst nirgends gesehen. Und dann kommt die Rede auf die geplante Erhöhung des Preises für die Autobahnvignette. Das findet nun niemand am Tisch gut.


Auto Zürich, Messe Zürich, 1. November 10 bis 21 Uhr, 2. und 3. November 10 bis 19 Uhr. www.autozuerich.ch