Freizeit
In neuem Glanz: So sieht das sanierte Zürcher Hallenbad City aus

Am Samstag öffnet das City-Hallenbad nach fast dreijähriger Umbauphase wieder seine Türen. Der Baukredit konnte trotz Verzögerungen eingehalten werden. Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) übergab den sanierten Bau am Montag offiziell an das Sportamt

Sophie Rüesch
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Führung durch das sanierte Hallenbad City in Zürich.
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Die blauen Lüftungsrohre wurden aus der Schwimmhalle entfernt.
Der Yachtclub Olten reichte die Motion «Konzept städtische Sauna» ein. (Symbolbild)
Die Umkleidekabinen führen neu via Duschraum in die Schwimmhalle.
Neben der Sauna im Untergeschoss gibt es nun einen Ruheraum.
Das Glasdach des Originalbaus wurde von seiner Holzverkleidung befreit.
Das frisch sanierte City-Hallenbad ist ab Samstag wieder geöffnet.

Führung durch das sanierte Hallenbad City in Zürich.

Keystone

Die Zeiten der Bäderknappheit in der Stadt sind vorerst vorbei. Das City-Hallenbad wird sportlichen Zürchern ab Samstag frisch saniert und umgestaltet wieder zur Verfügung stehen. Fast drei Jahre musste man auf die Wiedereröffnung warten, rund ein halbes Jahr länger als projektiert. Weil das Schwimmbecken aufgrund von falschen Materiallieferungen bei ersten Tests im April leckte, wurde die Eröffnung letztes Jahr mehrmals nach hinten verschoben.

Doch noch diese Woche wird das Hallenbad, das von Architekt und Stadtbaumeister Hermann Herter im Geist der klassischen Moderne geplant und 1941 eröffnet wurde, der Bevölkerung zurückgegeben. Gestern hat Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) das Bad offiziell an Gerold Lauber (CVP), Vorsteher des Schul- und Sportdepartements übergeben. Beide zeigen sich mit der Gesamterneuerung zufrieden. «Wir sind mit dem Projekt letztes Jahr buchstäblich etwas ins Schwimmen geraten», gestand Odermatt. Doch sei er überzeugt: «Das Warten hat sich gelohnt.»

Ab kommendem Samstag wird das Hallenbad täglich von 6 bis 22 Uhr geöffnet sein. «Wir rechnen mit 1200 Besuchern pro Tag», sagte Lauber. Vor der Sanierung waren es noch 1000. Die Eintrittspreise wurden nicht verändert.

Neu drei Becken und ein Aussendeck

Mit dem Hauptbecken, einem Nichtschwimmerbecken und einem neuen Variobecken, das für den Schwimmunterricht und Wassersportkurse genutzt werden soll, verfügt das Bad nun über zusätzliche Wasserfläche. Neu sind auch ein Sonnendeck im Aussenbereich sowie ein behindertengerechter Zugang. Zudem wurden die Sauna vergrössert, die Lüftungskanäle im Eingangsbereich und in der Schwimmhalle entfernt und die Gymnastikhalle saniert.

Nebst der Erfüllung von neuen Hygiene- und Sicherheitsvorschriften stand die Gesamterneuerung laut Architektin Ursina Fausch ganz im Zeichen einer Wiederherstellung der stilistischen Eigenheiten von Herters Originalbau. Dafür wurden einige der Veränderungen, die bei der ersten umfassenden Sanierung im Jahr 1979 vorgenommen wurden, wieder rückgängig gemacht.

Glasdach soll Energie sparen helfen

Weg sind die farbigen Garderobekästchen und blauen Abluftrohre; das gesamte Gebäude ist nun in dezenten Beigetönen gehalten, «um Platz für die Bademode der nächsten Jahre zu machen», so Fausch. Neben Badehosen und Bikinis sollen die Badetücher der Künstlerin Pia Lanzinger für Farbakzente sorgen. Die bunten Tücher, die man kaufen oder mieten kann, sind mit Zitaten zum Thema Schwimmen bedruckt. 18 Autoren von Robert Walser bis Hugo Loetscher lieferten dafür die Inhalte.

Die augenfälligste Neuerung ist das Glasdach, das über 30 Jahre lang unter einer Holzdecke versteckt war und nun wieder freigelegt wurde. Hinter der Wiederöffnung des Glasdachs stehen auch energietechnische Überlegungen: Die Sonnenwärme, die dadurch gewonnen werden kann, ist Teil eines Gesamtkonzepts, das einen optimierten Energieverbrauch verspricht. Dazu gehört auch die bessere Nutzung der anfallenden Abwärme.
Kredit wird nicht überschritten

Obwohl die Eröffnung verzögert wurde, konnte der Kredit von rund 44,1 Millionen eingehalten werden. Wer für die Verzögerungskosten haften wird, ist noch unklar. Fest steht hingegen, dass es ein Versicherungsfall ist. «Welche Firmen und Versicherungen genau davon betroffen sind, ist zurzeit aber noch in Abklärung», sagt Martina Vogel, Mediensprecherin des Hochbaudepartements.