Immobilien
In Dübendorf wird bald der höchste Wohnturm der Schweiz gebaut

Ein 100-Meter-Wohnhochhaus soll in der Nähe des Bahnhofs Stettbach städtebaulichen Akzent setzen.

Franz Schaible
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Visualisierung: Der «Jabee-Tower» in Dübendorf wird mit 212 Wohnungen «bestückt». Angegliedert ist ein öffentlicher Park.

Visualisierung: Der «Jabee-Tower» in Dübendorf wird mit 212 Wohnungen «bestückt». Angegliedert ist ein öffentlicher Park.

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Zwar wird das höchste Hochhaus derzeit vom Pharmariesen Roche in Basel erstellt, das höchste Wohnhochhaus der Schweiz wird aber bald in der Region Zürich stehen — genau in Dübendorf. «Das Baugesuch wurde vergangene Woche bei der Stadtverwaltung Dübendorf eingereicht, der Entwurf stammt aus der Feder des Solothurner Architektur- und Planungsbüros Sattlerpartner. Die Publikation erfolgt voraussichtlich morgen Freitag», sagt Firmengründer und Inhaber Mike Sattler.

212 Wohnungen in Hochhaus

Die Dimensionen sind selbst für Zürich und Umgebung ungewöhnlich: Der Mobimo-Tower ist 81 Meter hoch, das Hardturmpark-Hochhaus 80 Meter, der Limmattower in Dietikon, der sich zurzeit im Bau befindet, wird ebenfalls 80 Meter. Der neue Wohnturm in Dübendorf wird nach Angaben von Sattler 100 Meter hoch. Der zylinderförmige, oben abgeschrägte Bau umfasst 32 Geschosse und wird Platz für insgesamt 212 Wohnungen — von 1,5- bis 4,5-Zimmer-Logis — bieten. «Es sind alles Mietwohnungen mit einem Balkon von rund acht Quadratmetern», erklärt Sattler. Angesprochen werden soll «ein mittelständisches, urbanes Publikum». Wie hoch die Mietzinse sein werden, sei letztlich Sache des Eigentümers. Sie sollen sicher ortsüblich sein, da ansonsten die Wohnungen nicht vermietet werden könnten. Im obersten Stock sind eine und im zweitobersten zwei Penthouse-Wohnungen mit Terrassen im Stockwerkeigentum geplant. Im Erdgeschoss sei eine «publikumsorientierte Nutzung» — sprich Geschäfte und Restaurants — vorgesehen.

Der Turm fällt nicht nur durch seine Höhe, sondern auch durch seine Architektur auf. Beim Massivbau aus Beton im Minergie-Standard bilden die zimmerhohen Fensterbänder die Fassade, die markanten Balkone geben dem Haus etwas Futuristisches. Die Baukosten belaufen sich nach Angaben von Sattler auf insgesamt rund 86 Millionen Franken.

Konzentration der Baumasse

Auf dem noch unbebauten riesigen Areal Hochbord in Dübendorf — unweit vom Bahnhof Zürich-Stettbach gelegen und durch die Glattalbahn erschlossen — wird ein ganz neues Quartier entstehen. «Wir wurden mit der Ausarbeitung eines Projektes für ein 10 000 Quadratmeter grosses Grundstück im Zentrum des neuen Quartiers beauftragt», erklärt Mike Sattler. Auftraggeber sei das Zürcher Generalunternehmen Welkum AG gewesen, mit welchem man bereits früher in mehreren Projekten zusammengearbeitet habe. Der städtebauliche Ansatz des Verdichtens sei bei der Projektausarbeitung wegleitend gewesen. «Durch die Konzentration der Baumasse in einen Turm wird Freiraum entstehen.» Dieser soll als öffentlich zugänglicher Park genutzt werden. In Anlehnung an die Grundstückseigentümer heisst das Hochhaus «Jabee-Tower». Der Name leitet sich ab von Jakob Beerstecher, der auf dem Areal 1948 einen Gartenbaubetrieb eröffnete. Das Areal gehört heute immer noch der Familie Beerstecher.

Der Baubeginn für das Hochhaus sei für September 2015 geplant, der Bezug für Dezember 2018. Dies sei abhängig von möglichen Einsprachen, sagt Sattler. Allerdings sei die Chance gross, dass es zu keinen einsprachebedingten Verzögerungen kommt. Denn der von der Stadt Dübendorf aufgelegte Gestaltungsplan mit der Möglichkeit eines solch hohen Wohnturmes sei bereits im Dezember 2012 ohne Einsprachen rechtskräftig geworden. «Inzwischen sind die Bauprofile bereits gesteckt», bestätigt Dübendorfs Stadtplaner Reto Lorenzi.