Verkehr
In der Zürcher Innenstadt gibt es nicht weniger, sondern mehr Parkplätze

Zahlen zur Parkplatzsituation in der Stadt Zürich zeigen einmal mehr, dass Vorwürfe an die Adresse des Stadtrates im «Parkplatzstreit» nicht gerechtfertigt waren.

Michael Rüegg
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Viele davon sind unter die Erde gewandert: weisse Parkfelder in der Innenstadt.

Viele davon sind unter die Erde gewandert: weisse Parkfelder in der Innenstadt.

In regelmässigen Abständen eskaliert der sogenannte «Zürcher Parkplatzstreit». Gewerbler, sekundiert durch bürgerliche Politiker, werfen dem Stadtrat jeweils vor, er habe in der Innenstadt Parkplätze vernichtet. Der Stadtrat wiederum verweist in der Regel auf den 1996 vom Gemeinderat genehmigten historischen Parkplatzkompromiss. Dieser besagt, dass oberirdische Parkplätze unter die Erde verschoben werden, ihre Gesamtzahl jedoch stabil bleiben soll.

In einer Antwort auf eine Anfrage von Gemeinderätin Simone Brander (SP), hat der Stadtrat wieder einmal nachgerechnet: Im Kreis 1 ging seit 2001 die Zahl oberirdischer Parkplätze von 1918 auf 1617 zurück. Andererseits gab es vor rund zehn Jahren 1829 Plätze in Parkhäusern, heute sind es 2225. Bilanz: plus 95 Parkfelder.

Brander wollte vom Stadtrat zudem wissen, weshalb dieser oberirdische Parkplätze nicht auch abends und am Wochenende bewirtschafte – sprich, weshalb man zu diesen Zeiten gratis parkieren könne?

Der Stadtrat windet sich jedoch um eine konkrete Antwort. Rund um den Zoo, schreibt er, seien die Parkplätze auch an Sonntagen bewirtschaftet. Umgekehrt gebe es Parkfelder an peripheren Lagen, die weiterhin kostenlos seien.

Stabil blieb über die letzten Jahre die Anzahl Abstellplätze in der blauen Zone. Sie sind in erster Linie für Anwohner gedacht, die in ihren privaten Liegenschaften nicht über eigene Parkplätze verfügen.

Doch Brander vermutet, dass diese günstigen Plätze in der blauen Zone für einen Teil der leer stehenden Parkplätze in privaten Liegenschaften verantwortlich sind. Tatsächlich schreibt der Stadtrat: «Rund 10 Prozent der Garagenplätze in Wohnliegenschaften stehen leer.» In gewissen Quartieren ist gar von einem Leerbestand von 45 und mehr Prozent die Rede.

Handlungsbedarf sieht die Regierung hingegen wenig: Insgesamt, so der Stadtrat, sei in den letzten Jahren die Bevölkerung gewachsen, der Motorisierungsgrad nehme hingegen stetig ab.