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In den nächsten 10 Jahren: Flughafen Zürich will Fernbusterminal bauen

Der Flughafen Zürich will in den nächsten zehn Jahren ein neues Terminal für Fernbusse errichten. SP-Nationalrat Thomas Hardegger befürchtet, dass mit mehr Billigbuslinien wie Flixbus und Co. auch mehr Billigfluggesellschaften angelockt werden.

Florian Schaer
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Die Billigbuslinien wie Flixbus sollen in den nächsten zehn Jahren ein eigenes Terminal am Flughafen Zürich erhalten. (Themenbild)

Die Billigbuslinien wie Flixbus sollen in den nächsten zehn Jahren ein eigenes Terminal am Flughafen Zürich erhalten. (Themenbild)

Keystone

Sei es Domo-Reisen aus Glattbrugg, Eurobus aus dem Aargau oder der Riese Flixbus aus Deutschland: Billige Busreisen sind im Trend. Und der Flughafen Zürich ist nicht nur für Airbusse, sondern auch für immer mehr Reisebusse eine interessante Haltestelle. Das heisst, er wäre es: Denn noch hält etwa der Flixbus nicht in Kloten, sondern fährt ab dem Zürcher Hauptbahnhof oder Winterthur.

Die Flughafen Zürich AG freilich geht heute schon davon aus, dass der Carverkehr weiter zunehmen wird. So führt Mediensprecher Philipp Bircher jüngst gegenüber der Gratiszeitung «20 Minuten» aus, dass man für die Fernbusverbindungen in den nächsten zehn Jahren eigens einen Terminal einrichten wolle. «Die Auslastung mit Bussen ist heute schon sehr hoch, und zu gewissen Zeiten geraten wir an die Kapazitätsgrenzen», liess sich Bircher zitieren. Die langfristige Planung sehe daher einen «vollwertigen Busterminal» vor.

"Ich mag jedem seine Ferien gönnen. Aber ich finde auch, dass er mit seinem Ticketpreis auch die Kosten decken soll, die er mitverursacht."

Thomas Hardegger, SP-Nationalrat

Der Ausbau der Billigbusverbindungen am Flughafen hat allerdings bereits heute politische Gegner. Zu ihnen gehört der SP-Nationalrat Thomas Hardegger. Für ihn ist klar: Mehr Fernbusse, das heisst auch mehr Billigflieger – und das ist aus seiner Sicht nicht zu unterstützen. «Wenn man die Passagierzahlen von Zürich betrachtet, dann nimmt heute der Anteil der Businesskunden ab, und dafür steigt die Zahl der Ferien- und Einkaufsflieger.»

Geld wird im Ausland ausgegeben

Wenn der Zürcher Flughafen aber gemäss Konzession den Auftrag habe, die Schweiz mit den wichtigen Metropolen der Welt zu verbinden, dann sei damit nun mal die Anbindung an den Wirtschaftsraum gemeint – und nicht die Anbindung an die Sandstrände.

Ein Ausbau des Billigfernbusangebots bringe nicht mehr Businessleute nach Zürich, sondern verleihe nur den Ferien- und den Billigcarriern unter den Fluggesellschaften Auftrieb, sagt Hardegger und nennt Edelweiss, Niki oder Eurowings als Beispiele. Das Problem dabei: «Reine Ferienflieger haben keinen grossen Nutzen für die Volkswirtschaft. Die Leute buchen online und geben ihr Geld lieber in den Ferien aus. Damit findet die Wertschöpfung also gar nicht bei uns statt.»

Mit Tickets Kosten decken

Für den Sozialdemokraten ergibt sich noch ein weiteres Problem: «Wir zahlen als Steuerzahler letztlich die Infrastruktur dafür, dass noch günstigere Tickets ausgestellt werden, während der Flugbetrieb viele ungedeckte Kosten ebenfalls der Allgemeinheit überlässt.» Zu diesen ungedeckten Kosten zählen für Hardegger etwa die gesundheitlichen Folgen, die Schäden an Gebäuden, aber auch immer höhere Sicherheitskosten.

Wo man heute schon so weit sei, dass Jugendliche ausrechnen können, dass ein Flugtrip am Wochenende ins Ausland günstiger sei als der Ausgang in Zürich, da sei es ein falsches Zeichen, für noch mehr billige Ferienfliegerei zu sorgen. «Ich mag jedem seine Ferien gönnen. Aber ich finde auch, dass er mit seinem Ticketpreis auch die Kosten decken soll, die er mitverursacht. Wahrscheinlich würden das viele der Passagiere sogar gerecht finden.»