Fernverkehr
In Altstetten werden die neuen Züge für den Fernverkehr fit gemacht

In Altstetten entsteht eine riesige Anlage für den Unterhalt der neuen 59 Fernverkehrs-Doppelstockzüge, die ab 2014 an die SBB ausgeliefert werden sollen. Heute fand der Spatenstich für das 123-Millionen-Projekt statt. 2013 soll es eröffnet werden.

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In Altstetten entsteht eine riesige Anlage für den Unterhalt der neuen 59 Fernverkehrs-Doppelstockzüge. (Archiv)

In Altstetten entsteht eine riesige Anlage für den Unterhalt der neuen 59 Fernverkehrs-Doppelstockzüge. (Archiv)

Keystone

Das Servicegebäude wird 420 Meter lang sein. Dies ermöglicht, dass an einem ganzen, rund 900 Tonnen schweren Zug gearbeitet werden kann, ohne die einzelnen Wagen aufwendig trennen zu müssen. Die Instandhaltungsarbeiten könnten dadurch sehr effizient erledigt werden, sagte Jeannine Pilloud, Leiterin SBB Personenverkehr, beim Spatenstich.

Der Service der Züge dauert nur wenige Stunden: Mehrere Teams können gleichzeitig verschiedene Komponenten wie Antriebssysteme, Klimageräte, Türen und die Bio-Reaktoren der Toiletten betriebstüchtig halten.

Geplant ist, dass die neuen, bis zu 400 Meter langen Fernverkehrszüge ab 2014 die wichtigsten Verkehrsknoten der Deutsch- und Westschweiz verbinden. In der neuen Anlage werden auch andere Züge wie etwa IC2000 und ICN gewartet, um die Infrastruktur bestmöglich auszulasten. Auf dem Hallendach plant die SBB, eine 4000 Quadratmeter grosse Photovoltaikanlage zu installieren.

«Hinter den sieben Gleisen»

Die Serviceanlage entsteht an einer prominenten, gut sichtbaren Stelle entlang des Hauptbahnhof-Areals, an der täglich ein paar hundert Züge vorbei fahren. Es sei aber auch ein Standort mit filmhistorischer Bedeutung, sagte Roger Beier, Leiter Development SBB Immobilien. Dort hatte nämlich Kurt Früh 1959 Teile des Klassikers «Hinter den sieben Gleisen» gedreht.

Das gesamte Areal ist auch für die Natur von Bedeutung. In den letzten Jahrzehnten haben sich laut Beier ausserordentlich artenreiche Lebensräume entwickelt. Die SBB hätten sich in einer Vereinbarung mit den Behörden verpflichtet, diese Biotope langfristig zu erhalten oder bei der Realisierung von Bauprojekten für den ökologischen Ausgleich zu sorgen.