Im Februar 2016 jährte sich der Beginn der Dadaismus-Bewegung zum 100. Mal. Der "Geburtsort" ist das Haus an der Spiegelgasse 1 im Zürcher Niederdorf. Dort ist zu Ehren der einstigen internationalen Avantgarde-Bewegung seit 2004 das Cabaret Voltaire untergebracht.

Der Trägerverein des Cabaret Voltaire nutzt die untersten beiden Geschosse des Hauses und widmet sich der Pflege, der Präsentation und der gegenwartsbezogenen Reflexion von Dada.

Der Trägerverein beschäftigt acht Angestellte. Sie teilen sich insgesamt vier Vollzeitstellen. Der Verein führt den kulturellen Betrieb bislang ohne Betriebssubventionen der öffentlichen Hand. Er muss seine finanzielle Situation vor allem mit Raumvermietungen aufbessern.

Kulturelle Leistungen konnten in der Vergangenheit oft nur realisiert werden, wenn sich Drittmittel dafür finden liessen. Dies ist nach Ansicht des Stadtrates jedoch "kein nachhaltiges Konzept für einen kulturhistorisch wichtigen Ort wie das Cabaret Voltaire".

"Bedeutende Stätte"

Neu erhält der Verein nun für die Jahre 2017-2020 einen jährlichen Betriebsbeitrag von 101'000 Franken. Damit werde ein klares Signal für die Weiterführung des Cabarets als einer der bedeutendsten kulturhistorischen Stätten in Zürich gesetzt, sagte Stadtpräsidentin Corine Mauch am Mittwoch im Parlament. Sie hatte 150'000 Franken beantragt, die Betreiber könnten sich auch mehr vorstellen.

Zudem bezahlt die Stadt dem Verein weiterhin die Miete - maximal 212'056 Franken pro Jahr. Dies tut sie seit 2004. Einmalig gehen zudem noch 55'000 Franken für die Gastronomie-Infrastruktur an den Trägerverein. Mit all diesen Massnahmen soll das Cabaret Voltaire eine solidere wirtschaftliche Basis erhalten und so auch die kulturelle Zukunft sichern.

Für eine sichere Zukunft sei es auch nötig, die Liegenschaft zu sichern, sagte Mauch. Deshalb beantragte der Stadtrat dem Gemeinderat auch einen Liegenschaften-Tausch mit der Anlagestiftung Swiss Life.

Die Stadt übernimmt die Liegenschaft Spiegelgasse 1 sowie ein Mehrfamilienwohnhauses im Quartier Enge von Swiss Life - im Tausch gegen ein Wohn- und Geschäftsgebäude an der Rämistrasse 39 sowie das Areal mit dem Parkhaus Hallenstrasse im Quartier Riesbach.

Gegen diesen "Liegenschaften-Kuhhandel" hat die AL bereits das Referendum ergriffen. Auch eine Mehrheit des Rates war nicht ganz glücklich. Er stimmte dem Tausch zwar zu. Allerdings sollen die teuren Wohnungen oberhalb des Cabaret Voltaire im Finanzvermögen der Stadt bleiben und nur die Voltaire-Fläche ins Verwaltungsvermögen kommen.

"Bar mit Museums-Shöpli"

Nichts von der ganzen Vorlage hielt die SVP. Es sei keine Staatsaufgabe eine "Bar mit Museums-Shöpli" zu betreiben. Und die Dadaisten sollten sich davor hüten, vom Staat abhängig zu werden, indem sie Betriebsbeiträge in Empfang nähmen.

Die FDP setzte sich zwar für den Liegenschaften-Tausch ein, aber die Betriebsbeiträge würde sie lieber der modernen Kunst zukommen lassen. Dada hingegen habe sich als Kunstform überlebt, sagte ihr Sprecher

Schliesslich fanden die miteinander verquickten Vorlagen - auch diese Vermengung wurde kritisiert - jedoch eine Mehrheit im 125-köpfigen Parlament.