Unter den Zürcherinnen und Zürcher wird es bis ins Jahr 2020 voraussichtlich um 11,7 Prozent mehr Einweisungen oder freiwillige Eintritte in psychiatrische Kliniken geben. Grund dafür sind in erster Linie das Bevölkerungswachstum und das zunehmende Alter der Bevölkerung.

Es sind jedoch auch zwei Krankheitsfelder für diesen Zuwachs mitverantwortlich: Depressionen und psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Dies geht aus dem Versorgungsbericht zur Psychiatrieplanung hervor, den die Gesundheitsdirektion am Mittwoch publiziert hat.

Trotz dieser Fall-Zunahme dürfte die Anzahl der Pflegetage in den Kliniken gleichzeitig um 4,8 Prozent sinken. Dies, weil immer häufiger auf ambulante Behandlungen gesetzt wird.

Den Anschluss nicht verpassen

Vor allem bei Schizophrenie und neurotischen Störungen wird voraussichtlich künftig vermehrt auf eine Einweisung verzichtet und stattdessen eine ambulante Behandlung angeordnet. Wie Peter Waldner, Bereichsleiter Psychiatrie beim Kanton, auf Anfrage sagte, sei dies aber keineswegs eine Sparmassnahme.

Auslöser für diesen Trend seien vielmehr fachliche Gründe. Wer lange in einer Klinik lebe, verliere nicht selten die Arbeitsstelle und den Kontakt zum sozialen Umfeld. Für die Integration der Betroffenen sei es deshalb zentral, wenn möglich ambulant behandelt zu werden.

Aber auch jene, die in eine Klinik eingewiesen werden, dürften in Zukunft weniger lange dort bleiben. Der Versorgungsbericht zeigt, dass die Zahl der so genannten «Langlieger» immer mehr abnimmt.

Der «Versorgungsbericht Psychiatrie» ist die erste Etappe in der Zürcher Psychiatrieplanung 2012. Der Bericht ermittelt den Leistungsbedarf bis ins Jahr 2020 und bildet somit die Basis für die weitere Planung. Für die Psychiatrie-Spitalliste 2012 haben sich 21 Kliniken beworben, darunter auch vier ausserkantonale.