Zürich
Imam wollte Gefangenem helfen- mit verbotenem Transport zweier Briefe

Seit drei Jahren ist ein 65-Jähriger Imam aus der Türkei vom Pöschwies-Direktor und dem Amt für Justizvollzug als Gefängnis-Seelsorger zugelassen. Nun muss er sich vor Gericht verantworten: Er schmuggelte zwei Briefe eines Gefangenen hinaus.

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Der Imam war als anerkannter Seelsorger tätig (Symbolbild).jpg

Der Imam war als anerkannter Seelsorger tätig (Symbolbild).jpg

Keystone

Der Imam habe aus Mitleid zwei Briefe eines mutmasslichen jordanischen Wirtschaftskriminellen aus dem Gefängnis herausgeschmuggelt und abgeschickt, berichten verschiedene Quellen. Die Briefe seien an die Ehefrau des Häftlings und an einen in Deutschland lebenden Geschädigten und Zeugen gegangen, schreibt die «NZZ». Zwar habe er gewusst, dass dies verboten sei, er habe jedoch auch Menschlichkeit und Mitleid gehandelt. Der Häftling habe beteuert, er wolle sich mit seiner Familie versöhnen und einen Anwalt suchen.

Der Staatsanwalt verlange eine Verurteilung wegen Begünstigung und Amtsmissbrauchs von 15 Monaten Freiheitsstrafe bedingt. Der Imam kämpfe um einen Freispruch. Dass er seines Amtes als Gefängnisseelsorger enthoben worden sei, sei Strafe genug, sage die Verteidigung. (fwa)