Theatergruppe Birmensdorf
Im neuen Theaterstück «Frauepower» dreht sich alles um Geschlechter

Am Freitag feiert das Theaterstück «Frauepower» Premiere. Die Birmensdorferin Simone Ramel lässt sich im Stück mit einer Frauengruppe in den 80er-Jahren für die Gemeinderatswahlen aufstellen. Was in dieser Zeit verständlicherweise zu heftigen Streitereien und Intrigen führt: Denn der eingeschworene Männerrat sieht seine heile Männerwelt in Gefahr.

Darina Schweizer (Text und Foto)
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Regisseurin Alfa Poloni und Schauspieler Philipp Schwenk stellen die Streitszene am Töggelikasten nach, bei der Männer und Frauen um Gemeinderatssitze ringen.

Regisseurin Alfa Poloni und Schauspieler Philipp Schwenk stellen die Streitszene am Töggelikasten nach, bei der Männer und Frauen um Gemeinderatssitze ringen.

Darina Schweizer

«Immer diese Emanzen!», ruft der Birmensdorfer Daniel Elsener und gibt dem Töggelikasten-Griff in seinen Händen einen wütenden Stoss. Dieser schnellt zu seiner Gegnerin hinüber, der Birmensdorferin Simone Ramel. «Immer diese Männer!», schreit Ramel und spickt den Griff zurück auf die Männerseite.

«Ich hatte diese Streitszene am Töggelikasten schon ewig im Kopf. Bevor wir anfingen zu proben, kam sie mir plötzlich in den Sinn», sagt Alfa Poloni begeistert. Sie führt in der Schweizer Fassung von Bernd Gombolds Theaterstück «Frauenpower» Regie. Gleich aus mehreren Gründen freut sie sich, den unterhaltsamen Schwank – ein lustiges Schauspiel mit Situationskomik – dem Publikum vorzuführen. «Ich bin heilfroh, spielt es endlich einmal in einer Beiz», so Poloni erleichtert. «Die meisten Stücke spielen in Wohnzimmern. Darauf bin ich allergisch. Das ist irgendwann langweilig.»

Gemeindepräsident hat «gestürmt»

Das Stück «Frauepower» stand schon lange in der engeren Auswahl der Theatergruppe Birmensdorf. «Wir hatten es immer im Hinterkopf. Jetzt ist es endlich so weit», sagt Präsidentin Hildegard Rüttimann. Auch Werner Steiner, Birmensdorfer Gemeindepräsident, habe schon «gestürmt», lacht sie. «Und auch für uns könnte der Zeitpunkt für die Aufführung nicht optimaler sein. Nächstes Jahr feiern wir nämlich unser 30-Jahr-Jubiläum.»

Nebst der Kulisse stammt fast alles Weitere, was in der Beiz «Ratsstübli» auf der Bühne steht, aus Birmensdorf. Die Tische und Stühle sind aus dem ehemaligen Restaurant «Sonne» und der Töggelikasten gehört einem Schauspieler. Und da sind auch noch klackende Stöckelschuhe zu hören, die aus dem Birmensdorfer «Der Schuhladen» stammen.

Das Spezielle an ihnen: Getragen werden sie mitsamt Langhaarperücke von Daniel Billwiller. Er spielt Hannes Klueg, der sich im Wahlkampf als verkleidete Frau in die vierköpfige Frauengruppe einschleust. «Es war von Anfang an klar, dass Daniel diese Rolle übernimmt», so Poloni. Simone Ramel nickt eifrig und sagt schwärmend: «Er gibt wirklich eine sehr schöne Frau ab mit den langen schwarzen Haaren.» Dass für Ramel selbst die Rolle der Frauenlisten-Anführerin Rita Schlatter vorgesehen war, überraschte sie zuerst. «Ich bin eigentlich überhaupt nicht so ein ‹Terrier› wie Rita. Aber auf der Bühne verwandle ich mich gerne einmal in die Anführerin», sagt sie lachend. Poloni überzeugte Ramel schnell davon, dass diese Rolle wie für sie gemacht sei. «Ich erschrecke immer wieder, wie gut sie uns alle kennt», so Ramel.

Frau springt für Männerrolle ein

Da die Theatergruppe Birmensdorf wie jedes Jahr zu wenig Männer hat, musste dieses Mal Melanie Christen in die Rolle des Brauereibesitzers Karl Fässler schlüpfen. «Einer der besten Momente ist, wenn sie mit ihren aufgeklebten Augenbrauen zwinkert», lacht Poloni. Früher stand sie für die Theatergruppe selbst auf der Bühne, aber irgendwann habe sie gemerkt, dass die Regie «ihres» sei. «Ich kann unglaublich kreativ sein und viel organisieren», sagt sie. Zum Beispiel, als sie eine Rolle kürzen oder das Stück von den 90er- in die 80er-Jahre umschrieb. «Man muss an alles denken, zum Beispiel an die tieferen Preise auf den Beiz-Schildern», so Poloni. «Doch genau das macht mir auch Freude.»

Premiere Freitagabend um 20 Uhr

Weitere Aufführungen: 9.4. (20 Uhr), 13.4. (14 Uhr), 14.4., 15.4., 16.4. (20 Uhr)

Im Gemeindezentrum Brüelmatt