Zürich
Im neuen Hardturmstadion soll ab der Saison 2021/22 Fussball gespielt werden

Das Zürcher Hardturm-Areal und damit das neue Fussballstadion erreichen "wichtige Meilensteine": Einerseits hat die Stadt Zürich vier Baurechtsverträge gewährt und erhält dafür jährlich 1,2 Millionen Franken. Andererseits wird demnächst der private Gestaltungsplan "Areal Hardturm - Stadion" öffentlich aufgelegt. Das letzte Wort hat das Stimmvolk.

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 Ancillo Canepa, Präsident des FC Zürich, links, und Stephan Anliker, Präsident von GC, begutachten das Projekt des Fussballstadions Hardturm an einer Medienkonferenz in Zürich am Mittwoch, 13. September 2017.
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Hardturm Zürich
 Auch zwei neue Wohn- und Bürotürme sollen entstehen. Mit ihren 137 Metern sollen sie höher als der Prime Tower werden. So präsentiert sich die Visualisierung von der Pfingstweidstrasse her.
 Der Detailansicht des Projekts "Ensemble" mit gemeinnützigem Wohnungsbau, Stadion und den Wohn- und Geschäftstürmen des Siegerprojekts des Investorenwettbewerbes zum Hardturm-Areal.
 Die Investitionen betragen rund 570 Millionen Franken.
 Im Stadion sollen 18'000 Zuschauer Platz haben.
 Grossräumig unter der Tribüne
 Arealplan des Projekts "Ensemble".
 Die Überreste des ehemaligen Fussballstadions Hardturm 2015
 Bis zum 13. November 2015 war eine Eingabe für den Investorenwettbewerb auf dem Hardturmareal möglich.
 Grasshoppers-Fans forderten 2014 mit Transparenten ein neues Hardturm-Stadion.
 Auch Fahrende nutzten die Hardturm-Brache als Unterkunft.
 2013: Ein Plakat plädierte für ein "Ja" zum Stadion Zürich.
 2013 marschierten der FCZ und GC gemeinsam für ein Ja zum neue Fussballstadion.
Die Grasshoppers gewinnen am 3. Dezember 1977 das Nationalliga A Meisterschaftsspiel im Hardturm-Stadion in Zürich gegen Etoile Carouge mit 3 zu 2 Toren. Der Grasshopper Ruedi Elsener, Mitte, bückt sich, um die Schussbahn für seinen Mitspieler Andre "Bigi" Meier, rechts, freizuhalten.
 Frierende Fans im ehemaligen Stadion 1962.
 Frierende Fans im ehemaligen Stadion 1962.

Ancillo Canepa, Präsident des FC Zürich, links, und Stephan Anliker, Präsident von GC, begutachten das Projekt des Fussballstadions Hardturm an einer Medienkonferenz in Zürich am Mittwoch, 13. September 2017.

WALTER BIERI

Die Investoren unter der Federführung der HRS Investment AG haben den Entwurf des privaten Gestaltungsplans dem Amt für Städtebau eingereicht. Nun wird er vom 16. September bis am 20. November öffentlich aufgelegt. Läuft alles optimal, kann der Stadtrat den Plan im Frühling 2018 an den Gemeinderat überweisen, wie Stadtrat André Odermatt (SP) am Mittwoch vor den Medien sagte.

Er ist davon überzeugt, dass sich das Projekt "Ensemble", das ein Fussballstadion, 174 Genossenschaftswohnung und zwei Wohn- und Bürotürme mit rund 600 Wohnungen vorsieht, gut in Zürich-West einreiht. "Und der viel diskutierte Schattenwurf der beiden Hochhäuser entspricht aufgrund ihrer Lage im Westen des Areals den gesetzlichen Vorgaben."

Jährlich 1,2 Millionen Baurechtszinsen

Ein weiterer "wichtiger Meilenstein" ist laut Stadtrat Daniel Leupi (Grüne) die öffentliche Beurkundung der Baurechtsverträge für das rund 55'000 Quadratmeter grosse Areal.

Insgesamt gewährt die Stadt vier Baurechtsverträge an die Allgemeine Baugenossenschaft Zürich (ABZ), die Stadion Züri AG, im Miteigentum an die Credit Suisse Funds AG sowie die beiden Immobilienfonds SIAT Immobilien AG und INTERSWISS Immobilien AG sowie die Credit Suisse Anlagestiftung. Die Laufzeit beträgt 92 Jahre.

Im Gegenzug erhält die Stadt einen jährlichen Baurechtszins von rund 1,2 Millionen Franken. Die Baurechtsverträge müssen aber ebenfalls noch vom Gemeinderat bewilligt werden, wie Leupi sagte.

Zwar bezahlt die Stadt nichts an den Bau und den Betrieb des Stadions, unterstützt die Realisierung aber trotzdem: durch einen reduzierten Baurechtszins auf den Baufeldern, auf denen die zwei je 137 Meter hohen Türme entstehen.

Daraus resultiert ein jährlich wiederkehrender Einnahmeverzicht von maximal 1,7 Millionen Franken. "Das ist unser Beitrag, damit das Stadion zustande kommt." Denn die Rendite der zwei Türme ermöglicht laut dem Finanzvorsteher letztlich den Bau und Betrieb des Stadions und "die Fussballclubs erhalten endlich ein richtiges Fussballstadion".

"Letzte Chance"

Das ist gemäss dem Zürcher Sportminister Gerold Lauber (CVP) auch notwendig. Ein neues Stadion sei attraktiver für Zuschauer und bringe den Zürcher Fussballclubs FCZ und GCZ mehr Einnahmen. "Durch günstige Rahmenbedingungen können wir die wirtschaftliche Situation der Clubs verbessern", sagte er.

Lauber sieht das Projekt als "letzte Chance" für ein Fussballstadion in der Stadt. Der Letzigrund könne dann dafür wieder so genutzt werden, wie es schon immer geplant war: als Leichtathletikstadion, Heimat des Leichtathletikclubs und Ort für Open-Air-Konzerte.

Der Bau des Stadions mit einem Fassungsvermögen von 18'000 Plätzen kostet 105 Millionen Franken. Die HRS Investment AG tritt als Investor auf. Läuft alles nach Plan, soll das Stadion im Jahr 2021 fertig sein und die ersten Spiele in der Saison 2021/22 ausgetragen werden.

Stimmvolk muss entscheiden

Bis es soweit ist, muss das Projekt noch einige Hürden nehmen. Eine davon ist rein buchhalterischer Natur. Das gesamte Grundstück ist momentan dem Finanzvermögen zugeteilt. Die Baufelder für das Stadion und den Genossenschaftsbau sollen aber ins Verwaltungsvermögen übertragen werden. "Das ist rein buchhalterisch und hat keine Auswirkungen auf die Laufende Rechnung der Stadt", betonte Leupi.

Der Stadtrat beantragt deshalb einen Objektkredit von rund 50 Millionen Franken. Stimmt der Gemeinderat der Vorlage zu, muss das Stimmvolk voraussichtlich im November 2018 darüber befinden - genau wie über den Einnahmeverzicht. Der Finanzvorsteher ist jedoch davon überzeugt, "dass nun ein mehrheitsfähiges Projekt vorliegt".

Das auf dem Hardturm-Areal geplante Projekt "Ensemble" der Investoren HRS Investment AG, Immobilienanlagegefässe der Credit Suisse und ABZ umfasst neben einem Stadion für 18'000 Zuschauer auch 174 Genossenschaftswohnungen und zwei Wohn- und Bürotürme mit rund 600 Wohnungen im mittleren Preissegment.

Die gesamten Investitionen für den gemeinnützigen Wohnungsbau, das Fussballstadion sowie die beiden Hochhäuser belaufen sich auf rund 570 Millionen Franken.