Wildnispark Langenberg
Im Müsli-Hüsli lassen sich Mäuse, Ratten und Siebenschläfer beobachten

Der Wildnispark Zürich Langenberg öffnet am Wochenende die Türen seiner neusten Attraktion: Im Müsli-Hüsli treffen die Besucher in einer Küche oder Garage auf Ratten, Mäuse und Siebenschläfer.

Katja Lindenmann
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Wildnispark Zürich Langenberg
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Auch Siebenschläfer sind im Müsli-Hüsli zu entdecken - aber nur, wenn sie nicht gerade Winterschlaf machen.
Müsli-Hüsli: in der umgebauten Scheune im Wildnispark Zürich Langenberg werden Mäuse, Siebenschläfer und Ratten präsentiert.
Die Hausmaus in Aktion.
In der Garage des Müsli-Hüslis lösen sich die Grenzen zwischen Tieranlage und Besucherraum auf.
In der Küche lässt sichs mit Mäusen an einem gemeinsamen Tisch sitzen.
Der Kellerraum ist das Reich der Wanderratte.

Wildnispark Zürich Langenberg

zvg/Wildnispark Zürich

Es stinkt. Es stinkt nach muffigem Keller oder eben: nach Wanderratten. Das Geruchserlebnis gehört unter anderem zum Angebot des Müsli-Hüslis. Im Wildnispark Zürich können ab diesem Wochenende einheimische Nager in heimeliger Atmosphäre beobachtet werden.

Seit Jahren suchte der Wildnispark nach einem attraktiven Konzept für die Haltung von Mäusen, Ratten und Siebenschläfern. Die Idee, die Tiere in einem Haus zu präsentieren, entwickelte sich dann durch einen Zufall: Mandana Roozpeikar, die für das Ausstellungskonzept zuständig ist, stellte eines Morgens in ihrem Büro fest, dass ihre Maus angeknabbert war – die Computermaus.

Nachdem sie im Büro rund zwanzig Hausmäuse gefangen habe, sei ihr die Idee für das Ausstellungskonzept gekommen: «Die Besucher sollten die Tiere so erleben, wie sie ihnen im Alltag schon begegnet sind», sagt sie. Die Gestaltung eines Hauses mit Küche, Keller und Garage sollte dies ermöglichen.

Heimliche Untermieter

Unter der Küchenablage sammeln sich Krümel, die Schränke sind gefüllt mit Nahrungsmitteln: Eine Küche ist ein Schlaraffenland für Mäuse. Im ersten der drei Ausstellungsräume des Müsli-Hüslis wurde deshalb ein solches Mäuseparadies geschaffen. Unter dem gedeckten Tisch und dem alten Backofen wuseln die Nager; die Krümel und Kerne auf dem Boden sind schnell gefressen. Zum Glück ist der Salami auf dem Tisch mäusesicher: Er ist aus Plastik.

Auch im zweiten Raum lädt die Dekoration zum Bleiben ein. Dabei sind hier die Wanderratten untergebracht. Dieser Teil ist einem alten Keller nachempfunden und mit Holzfässern, Weinflaschen und Getreidesäcken ausgestattet. Immer wieder huscht ein Schatten vorbei. «Hier soll man die Tiere und nicht nur ihre Spuren sehen können», sagt Wildnispark-Geschäftsführerin Karin Hindenlang. Der letzte Raum gehört den Siebenschläfern und sieht aus wie eine Garage. Es stehen Schuhe in Regalen, Reifen sind an die Wand gelehnt, davor ein Rasenmäher. Die vier Tiere sind bereits seit einigen Wochen in ihrem neuen Zuhause. «Wir haben sie daran gewöhnt, dass für sie während des Tages Nacht ist», erklärt Betriebsleiter Urs von Riedmatten. So können die Besucher sie auch tagsüber in Aktion sehen. Derzeit aber nicht. Sie sind bereits im Winterschlaf.

Finanzierung durch Spenden

Um das Müsli-Hüsli zu schaffen, wurde beim Bärengehege eine Scheune, die früher ein Lagerraum war, umgebaut. Die Arbeiten dauerten ein halbes Jahr und sind seit Ende Juli abgeschlossen.

Ursprünglich habe man auch noch Marder in die Anlage integrieren wollen, dies sei jedoch aus finanziellen Gründen und wegen der komplizierten Haltung nicht zustande gekommen, so Hindenlang. 500 000 Franken kostet das Projekt; 300 000 seien bereits durch Spenden zusammengekommen.

Nebst Infotafeln sind im Müsli-Hüsli auch viele Redewendungen, die die jahrhundertealte Koexistenz der Nager mit den Menschen bezeugen, erklärt. Wer gerne schwimmt, wird beispielsweise als «Wasserratte» bezeichnet, weil Wanderratten drei Tage lang ununterbrochen schwimmend verbringen können.

Eröffnung Müsli-Hüsli: Samstag,
4. Oktober, 14.30 Uhr. Am Sonntag, 5. Oktober, 13 bis 16 Uhr, folgt ein Mäuse-Spezialprogramm für die ganze Familie. Wildnispark Zürich Langenberg, Langnau (20 Minuten Fussmarsch ab Sihltalbahn-Haltestelle Wildpark-Höfli).