Das Limmatfeld ist ein besonderes Dietiker Quartier. Es ist im doppelten Sinne das jüngste der Stadt. Einerseits deswegen, weil es sich noch immer im Aufbau befindet. Andererseits sind seine Bewohner jünger als der durchschnittliche Dietiker Einwohner. Jung ist auch der Quartierverein Limmatfeld, der Anfang dieses Jahres aus der Taufe gehoben wurde und derzeit 10 Mitglieder zählt.

Eines von ihnen ist Mirjam Weber, die im vierköpfigen Vorstand für die Finanzen verantwortlich zeichnet. Sie ist aus der Stadt Zürich in den neuen Dietiker Stadtteil zugezogen, so, wie rund ein Viertel der derzeit 1400 Einwohner auch.

Zusammen mit ihren Kollegen vom Quartierverein will Weber einerseits dafür sorgen, dass der Stadtteil dereinst mit Leben erfüllt wird. Andererseits ist es dem Quartierverein auch ein Anliegen, künftig ein Vermittler zwischen der Stadt und den Bewohnern zu sein.

Um dieses Ziel zu erreichen, fehlen aber noch einige Mitglieder. Der Verein befindet sich derzeit im Aufbau. So hat er auch noch kein Zuhause in Form eines Vereinslokals. «Wir stehen noch ganz am Anfang», sagt Weber.

Erstes Ziel seie es, sich im Quartier bekannt zu machen und vor allem sich kennen zu lernen. Das erweist sich als gar nicht so einfach. «Es hat bereits einige Mieterwechsel gegeben. Zudem wohnen hier viele Leute, die in Zürich arbeiten und dort auch ihre Freizeit verbringen», so Weber. Noch fehle ein Quartiergeist.

Dennoch sieht Weber einiges Potenzial. «Im Limmatfeld wohnen viele junge Menschen. Es sollte möglich sein, dass sie sich am Abend auch hier ab und an treffen», sagt sie. Natürlich sei ihr bewusst, dass das Limmatfeld kein zweites Zürich werden wird.

«Aber ein Café oder eine kleine Bar am Rapidplatz als Treffpunkt wäre schön», findet sie. Auch Theaterveranstaltungen oder andere Kulturanlässe könnte sie sich auf dem Platz vorstellen.

Ideen, wie sich das Quartier besser kennen lernen könnte, sind beim Verein bereits vorhanden. «Es wäre vorstellbar, ähnlich wie in anderen Gemeinden, im Advent eine Adventsfensteraktion zu lancieren», so Weber. Auch Adventsapéros an wechselnden Orten, beispielsweise in den Innenhöfen der Wohnsiedlungen, seien eine Möglichkeit, sich besser kennen zu lernen.

Ein anderes Anliegen des Quartiervereins ist es, künftig eine Vermittlerrolle zwischen den Bewohnern und der Stadt einzunehmen. Themen gibt es einige, die behandelt werden könnten. So gibt es im Quartier etwa Stimmen, die Spielmöglichkeiten für Kinder vermissen.

Andere befürchten, dass das Quartier keinen Anschluss an den Rest der Stadt finden werde und deshalb vergessen gehen könnte. Dem Quartierverein sind diese Bedenken bewusst. Er hat deswegen bereits Kontakt mit der Stadt aufgenommen und positive Signale erhalten, wie Weber erklärt.

«Wir begrüssen es sehr, dass im Limmatfeld ein Quartierverein entsteht. Die Stadt hat deshalb auch Geburtshilfe geleistet, indem sie erste Kontakte ermöglichte», sagt der Dietiker Standortförderer Michael Seiler. Für die Stadt sei es wichtig, in einem solch grossen Quartier einen Ansprechpartner zu haben.

Etwa dann, wenn es darum gehe, Veranstaltungen auf dem Rapidplatz zu organisieren. «Wir können in einem solchen Fall beim Quartierverein anfragen, was von Seiten der Anwohner gewünscht wird und was eher weniger», so Seiler.

Der Standortförderer sieht im Quartierverein auch eine Chance, den neuen Stadtteil mit Leben zu erfüllen. Ihm ist ebenfalls aufgefallen, dass es noch viele Bewohner gibt, die kaum am Quartierleben teilnehmen.

«Deshalb ist eine Vernetzung, wie vom Quartierverein angestrebt, sehr wichtig», so Seiler. Zudem könne der Verein auch dazu beitragen den Anwohnern die Angst davor zu nehmen, der neue Stadtteil könnte zu einem Schlafquartier werden. «Engagierte Personen können Skeptiker davon überzeugen, auch mitzumachen und so zu einem lebendigen Quartier beitragen.»