Der Sitz von Mario Babini im Zürcher Gemeinderat ist seit den Sommerferien leer. Der Grund: Der ehemalige SVP-Politiker und heute parteilose Gemeinderat liegt auf der Intensivstation in einem Spital in Bangkok, berichtet die "NZZ". Er befinde sich in einem kritischen Zustand. Wann Babini wieder nach Zürich zurückkehrt ist unklar. 

Wie so oft verbrachte der 60-Jährige einige Wochen in Thailand bei seiner Freundin und Tochter. In einer Provinz ausserhalb der Hauptstadt erlitt Babini eine Lungenentzündung, diese verschleppte sich und wurde nicht richtig behandelt. Erst vor rund zwei Wochen konnte er in ein modernes Krankenhaus in Bangkok verlegt werden, wo er dann an der Lunge operiert werden musste. Babini soll zeitweise sogar im Koma gelegen haben und auch künstlich ernährt geworden sein, schreibt die "NZZ". Wann er wieder in die Schweiz zurückkehren kann, ist ungewiss. Zurzeit gilt er als nicht transportfähig. 

Das Politiker krankheitsbedingt ausfallen würden, sei keine Seltenheit, heisst es auf Anfrage der Tageszeitung bei den Parlamentsdiensten. Grundsätzlich könnten Parlamentarier so lange im Ratsbetrieb fehlen, wie sie möchten, heisst es weiter. Gemäss Reglement dürfen Fraktionen aber nach einem zweimonatigen Fernbleiben eines Mitglieds einen Ersatz in die Kommissionen schicken. Da Babini in keiner Kommission sitzt, erübrigt sich dieser Passus. Eine Amtsenthebung könnte theoretisch der Bezirksrat vornehmen. Dieser hält sich bei solchen Angelegenheiten aber stark zurück. (lgi)