Zürich
Illegal bis vor die Sauna gefilmt: Sportamt verstösst gegen Datenschutzverordnung

Wer in städtischen Sport- und Badeanlagen wie beispielsweise dem Hallenbad City unterwegs ist, wird per Video überwacht, ohne durch entsprechende Beschilderung darauf hingewiesen zu werden. Damit verstösst das Sportamt der Stadt Zürich gegen die Datenschutzverordnung.

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Das Hallenbad City filmt seine Gäste ohne entsprechendes Videoreglement. (Archiv)

Das Hallenbad City filmt seine Gäste ohne entsprechendes Videoreglement. (Archiv)

Keystone

Das Sportamt der Stadt Zürich überwachte jahrelang ohne rechtliche Grundlage viele Bereiche in den städtischen Sport- und Badeanlagen. Dies berichtet die Zürcher Stadtzeitung "Lokalinfo". Ein entsprechendes Videoreglement ist von der Datenschutzverordnung vorgeschrieben, andernfalls ist die Überwachung illegal.

Wie es weiter heisst, sind die Kameras des Sportamts sogar mit einer Zoom- und einer Gesichtserkennungsfunktion ausgestattet. Dabei werden nicht nur Eingänge und Kassenbereiche gefilmt, sondern auch heiklere Zonen wie der Eingangsbereich von Saunas, Garderobenvorbereiche oder Krafträume.

Keine Beschilderung

Im Hallenbad City und anderen Anlagen fehlt zudem die gesetzlich vorgeschriebene Beschilderung (Piktogramm und Bezeichnung "Video"). "Die Videokameras sind tatsächlich noch nicht beschildert, der Auftrag ist allerdings erteilt", erklärt Manuela Schläpfer vom Sportamt gegenüber "Lokalinfo". Man habe sich bewusst Zeit gelassen, um ein Reglement zu erarbeiten, das für sämtliche Sport- und Badeanlagen mit Ausnahme des Stadions Letzigrund gelte. Ansonsten hätte man für jede Anlage eine eigene Regelung ausarbeiten müssen.

Aus Sicht des Datenschutzes hätte dies allerdings früher gemacht werden sollen, wie der städtische Datenschutzbeauftragte Marcel Studer zur Zeitung sagt. "Dass die Hinweistafeln über die Videoüberwachung fehlen, geht gar nicht."