Der Igel ist ein anpassungsfähiges Tier. Solange er Büsche oder Hecken vorfindet, in denen er sich verstecken kann, und offene Gelände für die Futtersuche, lebt er auch in der Stadt ein glückliches Leben. In den 1990er-Jahren war der Igel in Zürich noch weit verbreitet. Heute schrumpft sein Bestand allerdings.

Wie die "NZZ" berichtet, zeigt eine grossangelegte Studie, dass das Igelvorkommen in der Stadt drastisch abgenommen hat. Rund ein Drittel der Areale, die das Tier vor 25 Jahren noch bewohnte, wurde vom Igel mittlerweile verlassen.

Biologen beunruhigt

Die Wildtierbiologen sind beunruhigt über diese Entwicklung, auch weil sie bisher noch keine Erklärung für diesen Rückgang haben. "1992 haben wir in Altstetten und Wipkingen noch viele Igel gefunden, heute hat es in den beiden Quartieren praktisch keine mehr", erklärt die Sandra Gloor der Zeitung.

Mögliche Gründe gebe es viele. So breite sich der Dachs, einer der grossen natürlichen Feinde des Igels, stark aus. Aber auch die immer dichter werdende Stadt, sterile Gärten, der zunehmende Verkehr oder Pestizide könnten den Igel zum Rückzug gezwungen haben. "Eine einfache Erklärung wird es also kaum geben", so Gloor. Viel eher sei es wohl ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Daher werden nun zusätzliche Daten gesammelt.

Wichtiger Indikator

Den Igel braucht es aber in der Stadt. Zwar würden sie nicht unmittelbar etwas Wichtiges für die Menschen leisten, wie es beispielsweise Bäume oder Bienen tun. Sie seien aber ein guter Indikator für die Biodiversität. "Wenn nun selbst relativ robuste Tiere wie der Igel unter Druck geraten, dann zeigt das, dass mit unseren Lebensräumen etwas nicht mehr stimmt", sagt Gloor gegenüber der "NZZ".

Um dem Stacheltier zu helfen, könne man allerdings einiges tun. Vielerorts fehlten Sträucher und Dickichte. Zudem käme es dem Igel entgegen, wenn man das Laub liegen liesse.