Zürcher Wahlen
Hunderte Stimmen sind ungültig: Das ist der häufigste Fehler

Zahlreiche Wahlberechtigte haben sich bei den Regierungs- und Kantonsratswahlen vergeblich angestrengt. Einfluss auf das Ergebnis hatten sie jedoch nicht: Die Unterlagen sind zu spät eingetroffen oder die Stimmen waren ungültig.

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Häufigster Fehler: Der Stimmrechtsausweis wurde nicht unterschrieben. (Symbolbild)

Häufigster Fehler: Der Stimmrechtsausweis wurde nicht unterschrieben. (Symbolbild)

Keystone

Unterlagen, die zu spät ankommen, werden einfach vernichtet. In Winterthur wird die genaue Zahl erst Ende der Woche ermittelt, aber in der Regel sind es 150 bis 200, wie Thomas Bolleter, Leiter Wahlen und Abstimmungen, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. In Uster gab es bis Mittwoch mit 60 eher weniger Verspätete als bei früheren Urnengängen.

Auch in der Stadt Zürich waren es mit rund 75 relativ wenige, dank regelmässiger Information der Stimmberechtigten und weil auch am Samstag noch eine Feinverteilung stattfindet, wie Stefan Mittl, Leiter Abstimmung und Wahlen, sagte.

Unterlagen, die zu spät kommen, zählen noch nicht einmal zu den ungültigen Stimmen. Und auch davon gab es wiederum zahlreiche.

Häufiger Fehler: Fehlende Unterschrift

Vergleicht man bei den Kantonsratswahlen die 18 Wahlkreise, schneidet der Wahlkreis VI, Stadt Zürich 11+12, mit 16,1 Prozent am schlechtesten ab. Die wenigsten ungültigen Stimmen gab es mit 2,7 Prozent im Wahlkreis XVI, Andelfingen. In der Stadt Zürich insgesamt sind es 11,1 Prozent, in Winterthur 12,6 Prozent und in Uster 2,7 Prozent.

Häufig sind die Unterlagen ungültig, weil die Unterschrift auf dem Stimmausweis fehlt. Kaum ins Gewicht fallen dagegen Wahlzettel, die wegen ehrverletzender Bemerkungen ungültig sind.

Oftmals legen die Wahlberechtigten sämtliche Listen ins Couvert. Und genau das ist der Grund für die hohe Zahl der ungültigen Stimmen. Denn wenn beispielsweise elf Listen in einem Umschlag stecken, zählen diese als elf ungültige Stimmen - und dies von einem einzigen Wähler.

Manchmal gehen sogar noch Unterlagen von früheren Wahlen oder Abstimmungen ein, wie Mittl sagte. Die Stadt versuche, die Wahlberechtigten möglichst gut zu informieren, um Fehler zu vermeiden. Persönliche Anschreiben kämen dabei allerdings nicht so gut an. Die Betroffenen fühlten sich dann leicht angegriffen. Mit neutralen Infoblättern habe die Stadt bessere Erfahrungen gemacht.