Abstimmung

Hooligan-Konkordat: Was «Verschärfung» tatsächlich bedeutet

Solche Szenen will das Hooligan-Konkordat in Zukunft vermeiden: Chaoten im GC-Sektor im Spiel gegen den FCZ

Solche Szenen will das Hooligan-Konkordat in Zukunft vermeiden: Chaoten im GC-Sektor im Spiel gegen den FCZ

Bei der Abstimmung geht es um Anpassungen an den bisherigen Massnahmen gegen Gewalt im Sport. Neu sollen Fans mit organisierten Transporten anreisen und die Spiele werden bewilligungspflichtig.

Eines vorweg: Am 9. Juni stimmt der Kanton Zürich nicht über das sogenannte Hooligan-Konkordat ab. Dieses ist seit Anfang 2010 in Kraft. Zur Abstimmung kommen lediglich neue Elemente oder Verschärfungen bisheriger Regeln.

1. Bewilligungspflicht

Neu ist, dass Spiele bewilligungspflichtig sind. Dadurch können die Behörden zusätzliche Auflagen machen. Erwähnt werden etwa der kontrollierte Ticketverkauf oder Einschränkungen beim Alkoholausschank. Beschwerden gegen Entscheidungen der Bewilligungsbehörde sollen keine aufschiebende Wirkung haben.

2. Zugangskontrollen

Wer ein Stadion oder einen Fantransport betreten will, darf überprüft und durchsucht werden. Auch private Sicherheitsleute dürfen Besucher abtasten, allerdings nur über den Kleidern. Durchsuchungen unter der Kleidung sind auf Verdacht hin der Polizei vorbehalten. Neu soll der Besuch eines Spiels daran gebunden werden können, dass Fans mit organisierten Transporten anreisen.

3. Zusätzliche Verschärfungen

Rayonverbote können heute für maximal ein Jahr ausgesprochen werden. Neu wären es drei Jahre. Zudem könnten künftig für Rayons in der ganzen Schweiz Verbote ausgesprochen werden. Bislang galt ein Verbot nur für jeweils eine Stadt. Zudem kann dem Rayonverbot auch eine Meldepflicht bis drei Jahre verfügt werden. Verpasst ein Meldepflichtiger, sich zum vereinbarten Zeitpunkt zu melden, wird die Frist verdoppelt. Als «gewalttätiges Verhalten» soll zudem neu auch die Hinderung einer Amtshandlung gelten.

Die meisten Parteien sind dafür

Von den im Kantonsrat vertretenen politischen Parteien sind einzig die Grünen und die AL gegen das revidierte Konkordat. Innerhalb der SP bekämpfen es allerdings die Juso. Auch die Jungfreisinnigen sind dagegen, im Gegensatz zu ihrer Mutterpartei. Vereinzelte Politiker setzen sich für ein Nein ein, so etwa bei der SVP und den Grünliberalen. Von den Fangruppen haben sich etwa auch die Südkurve des Fussballclubs Zürich (FCZ) ausgesprochen. Die meisten Konkordatskantone haben die revidierte Fassung bereits angenommen. Lediglich Basel-Stadt lehnt sie ab.

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