Zürich
Hohe Resonanz auf Einbürgerungsbrief: Die Stadtkanzlei händigt deutlich mehr Gesuchsformulare aus

Der Anfang Mai 2017 versandte Einbürgerungsbrief der Stadt Zürich an rund 40'000 ausländische Bewohner hat seine Wirkung nicht verfehlt. Die Stadtkanzlei händigte im Jahr 2017 rund 3000 Gesuchsformulare mehr aus als im Vorjahr (2016: 3119).

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Im vergangenen Jahr erhielten 3397 Ausländerinnen und Ausländer das Schweizer und das Zürcher Bürgerrecht. (Symbolbild)

Im vergangenen Jahr erhielten 3397 Ausländerinnen und Ausländer das Schweizer und das Zürcher Bürgerrecht. (Symbolbild)

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Zudem gingen zwischen Mai 2017 und März 2018 bei der Stadt rund 2900 Gesuche um eine ordentliche Einbürgerung ein – 65 Prozent mehr als in der gleichen Vorjahresperiode, wie der Zürcher Stadtrat am Donnerstag mitteilte. Wie viele der Gesuche dann tatsächlich zu einer Einbürgerung führen, lässt sich laut Stadtrat nicht sagen, da die Verfahren noch laufen.

Klar ist aber: Der Informationsbrief mit der Anregung, sich genauer über eine Einbürgerung zu informieren, stiess auf grosses Interesse. Die Rückmeldungen an die Stadt würden zeigen, dass der Brief "insbesondere auch als Zeichen der Wertschätzung verstanden worden ist".

Der Empfehlung des Bundesrats gefolgt

Der Stadtrat betonte, es sei ihm ein Anliegen, dass möglichst viele Zürcher am direkt-demokratischen Prozess teilnehmen können. Daher sei es wichtig und erwünscht, dass sich Ausländer einbürgern lassen, wenn sie die Voraussetzungen dafür erfüllen.

Die Stadt Zürich entschied daher im vergangenen Jahr den rund 40'000 Zürcherinnen und Zürcher ohne Schweizer Pass, die die Wohnsitzfristen erfüllen, einen Brief zu schreiben und folgte damit einer Empfehlung des Bundesrats und der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren.

Hintergrund war das revidierte eidgenössische Bürgerrechtsgesetz, das am 1. Januar in Kraft trat. Für eine Einbürgerung wird – neben den weiteren Erfordernissen – neu der Besitz einer Niederlassungsbewilligung (C-Ausweis) vorausgesetzt. Mit einer B- oder F-Bewilligung ist eine Einbürgerung nicht mehr möglich.

3397 neue Zürcher aus 112 Herkunftsländern

Im vergangenen Jahr erhielten 3397 Ausländerinnen und Ausländer das Schweizer und das Zürcher Bürgerrecht – 645 mehr als im Vorjahr. Allerdings variiere die Entwicklung der Einbürgerungszahlen von Jahr zu Jahr, wie es weiter heisst.

Die frisch eingebürgerten Personen stammen aus 112 Herkunftsländern, wobei die meisten aus Deutschland (864 Personen), Italien (259) und der Türkei (167) kommen. Die Reihenfolge der Herkunftsländer ist gleich wie im Vorjahr. Aus Ländern wie Nepal, Mosambik oder Costa Rica liess sich hingegen nur je eine Person einbürgern.