Zürich

Höhere Steuerabzüge für die Kinderbetreuung knapp abgelehnt

Eltern können im Kanton Zürich aktuell für jedes Kind maximal 10'100 Franken für die ausserfamiliäre Betreuung abziehen.

Eltern können im Kanton Zürich aktuell für jedes Kind maximal 10'100 Franken für die ausserfamiliäre Betreuung abziehen.

Der steuerliche Abzug für die Drittbetreuung von Kindern wird im Kanton Zürich nicht erhöht. Der Kantonsrat hat am Montag ein Postulat von FDP, SP und GLP mit 84 zu 81 Stimmen abgelehnt.

Eltern können im Kanton Zürich aktuell für jedes Kind maximal 10'100 Franken für die ausserfamiliäre Betreuung abziehen. Das Postulat verlangte die Erhöhung des Abzuges auf 25'000, so wie es auf Bundesebene diskutiert wird.

Die Postulanten wollten mit der Erhöhung insbesondere Müttern die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit erleichtern und sie aus der «Teilzeitfalle» befreien. Das nütze auch der Wirtschaft, da so das inländische Fachkräftepotential besser ausgeschöpft werde.

«Gerecht, wirtschaftlich sinnvoll, familienfreundlich und für den Zürcher Mittelstand» sei die Erhöhung des Steuerabzuges, warb Initiant Beat Habegger (FDP, Zürich) für den Vorstoss. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern wollte Mitinitiant Tobias Langenegger (SP, Zürich).

GLP-Mann Daniel Häuptli (Zürich) ging es um die Beseitigung der paradoxen Situation, dass Eltern mehr Geld im Portemonnaie hätten, wenn sie weniger arbeiteten und die Kinder selber betreuten.

Nur Bestverdienende würden profitieren

Das links-grün-bürgerliche Anliegen wurde aber von einer ebensolchen Allianz gebodigt. Die Vertreterinnen und Vertreter von SVP, EDU, BDP, EVP, AL und den Grünen stimmten gegen den Vorstoss.

Die geforderte Erhöhung des Steuerabzuges helfe nur sehr gut verdienenden Familien, die sich eine Kinderbetreuung in grösserem Ausmass leisten könnten, war man sich von ganz rechts bis ganz links einig. Der Vorstoss sei einseitig und nicht allzu wirksam.

Der Kanton müsse vielmehr das Betreuungsangebot grundsätzlich attraktiver machen, meinten die Grünen. «Staatsaufgabe» und somit gratis sollte es laut AL sein. Man müsste allen Familien die Betreuungskosten entschädigen, schlug auch die EDU vor.

Auch die Regierung stellte sich gegen das Anliegen. Der Kanton Zürich sei mit dem derzeitigen Abzug bereits sehr gut positioniert, erklärte Finanzdirektor Ernst Stocker (SVP). Zudem sei es sinnvoll, abzuwarten, bis der Bund über eine allfällige Erhöhung des Abzuges entschieden habe. Das Geschäft sei aktuell im Ständerat hängig.

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