Am Standortentscheid von 2011 werde nicht gerüttelt. Dieser Diskussion wollte sich Baudirektor Markus Kägi (SVP) an einer Informationsveranstaltung mit Podium nicht stellen. Dennoch verstanden manche der gut 500 Besucher nicht, weshalb ETH, Universität Zürich und Universitätsspital mitten in der Stadt und nicht ausserhalb ausbauen wollen. 40 Prozent mehr Platz sollen die drei Institutionen im Hochschulquartier erhalten.

«Als man ETH und Uni baute, plante man auch nicht auf dem Münsterhof», gab jemand aus dem Publikum zu bedenken. Es käme günstiger, im Zentrum auszubauen, wo die Institutionen etabliert seien, sagte Kägi. «ETH und Uni waren damals auch Quantensprünge. Jetzt ist es wieder Zeit für einen grossen Wurf.»

Vielen schien der Masterplan überladen, er lasse kein städtebauliches Konzept erkennen, die Meinung der Anwohner werde zu wenig gehört. «Der grösste Treiber ist der Ehrgeiz», «klotzen statt kleckern» und «der Mensch ging bei der Planung vergessen», waren einige der vorwiegend kritischen Voten aus dem Publikum. Moderatorin Esther Girsberger nahm viele Kritikpunkte vorweg und führte mit den sechs Podiumsteilnehmern Einzelinterviews, bevor sie Publikumsfragen zuliess.

Er verstehe die Bedenken der Bevölkerung, sagte Kägi, auch wenn die Visualisierungen nur den Rahmen absteckten und keine konkreten Projekte zeigten. «Wir nehmen die Befürchtungen ernst und stehen im engen Austausch mit den Quartiervereinen.» Dennoch handle es sich nicht um ein Mitwirkungsverfahren, sondern um ein kantonales Bauprojekt. Von Applaus begleitet fragte Girsberger, warum man bei einem Investitionsvolumen von drei bis sechs Milliarden Franken nicht das Volk entscheiden liesse. Das, so Kägi, sehe die kantonale Rechtsordnung nicht vor.

Im Gegensatz zu einigen Anwohnern sei der Stadtrat nicht der Meinung, dass ein «Riesenunglück über die Stadt hereinbreche», sagte Hochbauvorsteher André Odermatt (SP). Vielmehr trage die Stadt den Masterplan mit dem Kanton in partnerschaftlicher Verantwortung. Er räumte aber ein, dass Herausforderungen anstehen, etwas die Erschliessung für den Verkehr, die denkmalgeschützten Gebäude, die abgerissen werden sollen, oder die Verträglichkeit für die Silhouette. Finanzieren werden die Neubauten die drei Institutionen. Martin Waser, Präsident des Spitalrats, betonte, dass das Unispital kein Geld zum Fenster hinauswerfe. Auch die ETH werde nicht auf Vorrat bauen, sondern nach Bedarf, sagte der Verkehrsplaner und designierte ETH-Vizepräsident Ulrich Weidmann. Den Verkehrsproblemen könne mit Justierungen an den öV-Verbindungen sowie an den Startzeiten der Vorlesungen begegnet werden.

Uni-Rektor Michael Hengartner bekräftigte die Notwendigkeit der räumlichen Nähe der drei Institutionen: «Die Mitarbeiter müssen die gleiche Kaffeemaschine benutzen, damit der Austausch klappt.» Beim Wohnraum, der verschwinden soll, garantierte er, dass niemand umziehen müsse.

Markus Knauss, Gemeinderat (Grüne) und Co-Geschäftsführer des VCS Zürich, war einziger Kritiker auf dem Podium. Er hinterfragte die 350 000 Quadratmeter für den Ausbau: «Die riesigen Dimensionen drücken auf den Planungsprozess.» Die Verantwortlichen müssten willens sein, Korrekturen anzubringen. Er sei nicht grundsätzlich gegen den Masterplan: «Aber es braucht konkrete Taten statt nur schöner Worte, bis das Projekt abhebt.»