Zürich
Hochdeutsch sprechende Kindergärtnerinnen müssen sich anpassen

In den Zürcher Kindergärten soll in Zukunft grundsätzlich Dialekt gesprochen werden. Dies haben die Stimmberechtigten am Sonntag so beschlossen. Was bedeutet dieser Entscheid nun für hochdeutsch sprechende Kindergärtnerinnen?

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«Es heisst nicht, dass diese nun automatisch ihre Stelle verlieren,» sagte Martin Wendelspiess, Chef des Volksschulamts, am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Es werde auf alle Fälle eine Übergangszeit geben.

Denkbar sei auch ein Weiterbildungs- und Sprachprogramm. Betroffen seien insgesamt 10 bis 20 Kindergärtnerinnen, schätzt er. Genaue Zahlen gibt es jedoch nicht.

Für die Anstellung der Kindergärtnerinnen sind die Gemeinden zuständig. Diese müssten selbst entscheiden, ob das Deutsch einer Lehrperson so ist, wie es den Vorgaben entspreche, sagte Wendelspiess.

Zunächst soll nun Bilanz gezogen und dann der Lehrplan angepasst werden. Zum kommenden Schuljahr wird das noch nicht geschehen, hatte bereits Bildungsdirektorin Regine Aeppli in einer ersten Stellungnahme gesagt.

Relevant könnte die Debatte um Mundart und Hochdeutsch jedoch trotzdem noch einmal werden. Nämlich falls in Zürich die Grundstufe eingeführt wird, also Kindergarten und erste Klasse verschmolzen werden. Dazu laufen zurzeit Schulversuche und der Kantonsrat wird noch in diesem Jahr über das Thema diskutieren.