1. Januar: Eine 27-jährige Mutter tötet im zürcherischen Flaach ihre zwei Kinder Alessia (2) und Nicolas (5), um zu verhindern, dass sie wieder ins Heim müssen. Sieben Monate später erhängt sich die Mutter in Haft. Der Fall löst eine rege Debatte über die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) aus, die die Heimeinweisung ausgesprochen hatte. Hintergrund waren Internetbetrügereien der Eltern von Alessia und Nicolas, der Vater musste ins Gefängnis. Laut Kesb gab es keine Anzeichen für eine akute Gefährdung der Kinder durch ihre Mutter.

Flaach: Eine Mutter tötet am Neujahrstag ihre zwei Kinder. Sie will verhindern, dass die beiden wieder ins Heim zurück müssen.Key

Flaach: Eine Mutter tötet am Neujahrstag ihre zwei Kinder. Sie will verhindern, dass die beiden wieder ins Heim zurück müssen.Key

2. Februar: Verena Diener gibt bekannt, dass sie zu den Ständeratswahlen im Herbst nicht mehr antritt. Mit der 66-Jährigen zieht sich die Grande Dame der Zürcher Politik zurück – nach 40 Jahren in der Politik, in denen sie zunächst die Grüne, dann die Grünliberale Partei Schweiz aufbaute.

23. Februar: Die Affäre um die Entlassung von SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli als Kurator des Medizinhistorischen Museums der Universität vom Herbst 2012 sorgt noch einmal für eine hitzige Debatte im Kantonsrat. Es geht um die Aufhebung der Immunität von Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP). Doch ausser der SVP und einem Vertreter der EDU sind alle dagegen. Aeppli bleibt immun. Dass sie bei den Regierungsratswahlen im Frühling nicht mehr antritt, hat sie schon lange vorher bekannt gegeben – unabhängig von der Affäre Mörgeli, wie Aeppli sagte. Im Dezember 2015 urteilt das Zürcher Verwaltungsgericht: Mörgelis Entlassung war unrechtmässig. Die Uni muss ihn mit insgesamt 17 Monatslöhnen entschädigen.

23. März: Der Kanton Zürich ist so sicher wie noch nie seit Beginn der Kriminalstatistik. Die Zahl der Verstösse gegen das Strafgesetzbuch sank 2014 auf gut 99 000, wie die Kantonspolizei bekannt gibt.

12. April: Die FDP Kanton Zürich legt bei den Kantonsratswahlen nach jahrzehntelangem Niedergang erstmals wieder zu – und zwar deutlich: Sie gewinnt acht Sitze. Die grössten Wahlverlierer sind die Grünen: Sie verlieren im Kantonsparlament sechs Sitze, und ihr Regierungsrat Martin Graf wird abgewählt. Auch die GLP bricht ein: minus fünf Sitze im Kantonsrat. Mit Silvia Steiner (CVP), Carmen Walker Späh (FDP) und Jacqueline Fehr (SP) werden drei Frauen neu in den Regierungsrat gewählt. Steiner verdrängt Graf, die Regierung rückt dadurch leicht nach rechts. Mit 32,65 Prozent liegt die Wahlbeteiligung so tief wie nie zuvor bei Zürcher Kantonsratswahlen.

1. Mai: Jenische besetzen mit 30 Wohnwagen das Hardturmareal, um ihrer Forderung nach einem Durchgangsplatz in Zürich Nachdruck zu verleihen. Der Anspruch der Fahrenden darauf ist im kantonalen Richtplan verbrieft. Die Besetzung wirkt: Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) gibt im Juli bekannt, dass die Stadt den Fahrenden bis Ende 2017 nahe beim Bahnhof Altstetten einen Durchgangsplatz zur Verfügung stellt. «Die Suche nach einer dauerhaften Lösung geht jetzt los», sagt Leutenegger.

11. Mai: Die scheidenden Regierungsratsmitglieder Ursula Gut (FDP), Regine Aeppli (SP) und Martin Graf (Grüne) werden vom Kantonsrat verabschiedet. Aeppli war seit 2003 Bildungsdirektorin und zog eine umfassende Volksschulreform durch. Gut gehörte dem Regierungsrat seit 2006 an, ab 2007 als Finanzdirektorin, der mehrheitlich positive Rechnungsabschlüsse gelangen. Aeppli und Gut traten zu den Wahlen 2015 nicht mehr an, Graf wurde nach vier Jahren im Regierungsrat nicht wiedergewählt, wohl aufgrund seiner wenig überzeugenden Rolle im Fall Carlos.

 18. Mai: Überraschung bei der Ressortverteilung im Regierungsrat: Die vormalige Staatsanwältin Silvia Steiner (CVP) wird Bildungsdirektorin, die Direktion der Justiz und des Innern übernimmt Jacqueline Fehr (SP). Carmen Walker Späh (FDP) wird Volkswirtschaftsdirektorin, während der Bisherige Ernst Stocker (SVP) von der Volkswirtschafts- in die Finanzdirektion wechselt.

 Juni: National- und Kantonsrat geben grünes Licht für den geplanten Innovationspark auf dem Flugplatz Dübendorf. Im September spricht sich auch der Ständerat dafür aus. Das Generationenprojekt Innovationspark soll die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft in der Nähe von Hochschulen und Forschungsinstitutionen fördern. Weiterhin umstritten ist aber, dass der Bund den Flugplatz auch in Zukunft für die Fliegerei nutzen will.

Erfrischendes Video: Zwei Redaktoren der Limmataler-Zeitung überqueren den See – samt GoPro-Kamera auf dem Kopf.

Erfrischendes Video: Zwei Redaktoren der Limmataler-Zeitung überqueren den See – samt GoPro-Kamera auf dem Kopf.

 1. Juli: Eine Hitzewelle hat die Schweiz erfasst und lockt Tausende Schwimmerinnen und Schwimmer zur Zürcher Seeüberquerung. Es wird der zweitwärmste Sommer seit Messbeginn. Die Stadtzürcher Bäder erleben Rekordzulauf.

 14. Juli: Die Juso Kanton Zürich haben eine Strafanzeige gegen SP-Regierungsrat Mario Fehr eingereicht. Grund: Der Sicherheitsdirektor hat eine Spionagesoftware für die Kantonspolizei angeschafft, nach Ansicht der Juso fehlte dafür die gesetzliche Grundlage. Fehr sistiert wegen der Anzeige vorübergehend seine Mitgliedschaft in der SP. Dies wird aber erst nach den nationalen Wahlen im Herbst bekannt. Wenig später ist die Anzeige gegen den SP-Regierungsrat vom Tisch: Der Kantonsrat hebt Fehrs Immunität nicht auf, die Juso akzeptieren dies zähneknirschend und verzichten auf einen Weiterzug.

 29. August: Die Street Parade lockt erstmals seit 2005 wieder etwas mehr als eine Million Menschen an. Das schöne Wetter trug dazu bei: 32 Grad wurden am Paradesamstag in Zürich gemessen.

30. September: An der Züspa bäckt ein Team um den Konditor Heinrich Honegger den längsten Tirggel der Welt: 18,65 Meter lang wird das traditionsreiche Zürcher Honiggebäck, ehe es durchreisst. Für den Weltrekord reichts trotzdem, denn Honegger ist in der Kategorie Riesentirggel konkurrenzlos.

An der Züspa bäckt Heinrich Honegger den längsten Tirggel der Welt. 18,65 Meter lang wird das traditionelle Zürcher Gebäck, ehe es reisst.  Spichale

An der Züspa bäckt Heinrich Honegger den längsten Tirggel der Welt. 18,65 Meter lang wird das traditionelle Zürcher Gebäck, ehe es reisst. Spichale

18. Oktober: Nach 32 Jahren Stöckli-Absenz erringt die Zürcher SP wieder einen Ständeratssitz. Ihr Kandidat Daniel Jositsch schafft es überraschend schon im ersten Wahlgang.

22. November: Ruedi Noser (FDP) erringt im zweiten Wahlgang den zweiten Zürcher Ständeratssitz.

Die zweite Etappe der Zürcher Durchmesserlinie wurde am Montag, 26. Oktober eingeweiht.

Die zweite Etappe der Zürcher Durchmesserlinie wurde am Montag, 26. Oktober eingeweiht.

13. Dezember: Die Durchmesserlinie (DML) wird nach acht Jahren Bauzeit in Betrieb genommen. Mit dem Bau der längsten Eisenbahnbrücke der Schweiz, der auf dem Gleisfeld vor dem Hauptbahnhof Zürich gelegenen Letzigrabenbrücke, ist das 2-Milliarden-Projekt DML vollendet, zu dem auch der 2014 eröffnete unterirdische Bahnhof Löwenstrasse zählt. Für die Bahnreisenden bringt es schnellere Verbindungen zwischen Genf und St. Gallen, für den Raum Zürich eine erhebliche Erweiterung des S-Bahn-Netzes und den grössten Fahrplanwechsel seit Beginn des Zürcher S-Bahn-Zeitalters vor
25 Jahren. So erhält beispielsweise das Limmattal eine zusätzliche S-Bahn-
Linie von Dietikon nach Effretikon.