Zürich

Historischer Raddampfer «DS Stadt Rapperswil» feiert hundertsten Geburtstag

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Mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen feiern die Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) und die Aktion pro Raddampfer (ApR) diesen Sommer den 100. Geburtstag des historischen Raddampfers «DS Stadt Rapperswil».

Die von Escher Wyss gebaute "Stadt Rapperswil" unternahm am 29. Mai 1914 ihre Jungfernfahrt. Bestellt worden war sie von der damaligen Zürcher Dampfboot-Gesellschaft (ZDG), gebaut wurde sie von Escher Wyss. Gedacht war der Salondampfer für gepflegte Schifffahrten der Bevölkerung, wie ApR-Präsident Urs Wenzel berichtete.

Exakt 360'072 Franken und 44 Rappen musste die ZDG für das Schiff bezahlen. Damit habe die "Stadt Rapperswil" 20 Prozent weniger gekostet, als die technisch gleiche, aber viel luxuriöser ausgebaute "Savoye" auf dem Genfersee, die von der Konkurrenz, nämlich Sulzer, stammte. Diese war auf lokale "Haute-Volée" und internationale Prominenz ausgerichtet, so Wenzel.

Die "Stadt Rapperswil" - ihr Schwesterschiff "Stadt Zürich" nahm 1919 den Betrieb auf - wurde im Laufe der Jahrzehnte mehrmals erneuert, die Möblierung auch dem jeweils geltenden Zeitgeschmack angepasst.

Heute entspricht sie äusserlich wieder dem Original von 1914. Auch den lauschigen "Damensalon", der in den 1950er Jahren einem Buffet weichen musste, gibt es wieder. Die technische Ausrüstung dagegen ist auf heutigem Stand, so Wenzel.
Zahreiche Veranstaltungen in Jubiläumssaison

Die Jubiläumssaison beginnt am kommenden Freitag am Zürcher Bürkliplatz mit zwei "Tagen der offenen Dampfschiff-Türe". Gleich am Freitagvormittag findet auf dem Dampfer eine Buchvernissage zum Thema statt: Vorgestellt wird "Die Zürichsee Schifffahrt" von Kurt Hunziker und Robert Knöpfel, herausgegeben von der ApR.

An den beiden Tagen können Interessierte genaueren Einblick nehmen in die Geschichte des Raddampfers. Eine kleine Ausstellung, Führungen in den Maschinenraum, Kinderprogramm und kulinarische Angebote sind vorgesehen, wie Fabian Lück von der ZSG sagte.

Einen Monat später, vom 23. bis 25 Mai, steigt dann der Hauptanlass des Jubiläumsjahrs: das grosse Hafenfest in Rapperswil. Zur Einstimmung gibt es am 23. eine Sternfahrt mit Aviatik- und Wassershows - "ein grosses Spektakel", so Lück.

Im Laufe der Saison sind verschiedene Spezialfahrten vorgesehen. Die allerletzte Dampfschifffahrt der Saison 2014 wird am 19. Oktober durchgeführt.

Ein Blick in den Innenraum

Ein Blick in den historischen Maschinenraum des Dampfschiffs "Stadt Rapperswil" lässt vergangene Zeiten auferstehen. Ernst Bosshard, Chefkapitän der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG), hat am Dienstag den Medien die Maschinen gezeigt.

"Passen Sie auf Ölflecken auf!", warnt Bosshard und steigt voran, die steile Leiter in den Maschinenraum hinunter. Auffallend ist hier als erstes das rote Steuerrad. Damit reguliert man aber nur die Vor- und Rückwärtsbewegung des Schiffs.

Darüber ragen drei Sprachrohre aus glänzendem Messing in den Raum, durch die der Maschinist die Kommandos des Kapitäns erhält. Dieser erteilt sie von der Steuerkabine aus, zwei Stockwerke höher.

Sehr dekorativ wirken die so genannten Tropföler in verschiedenen Grössen. Sie versorgen die Maschinerie permanent mit Schmiermittel. Grosse Teile des Maschinenraums, zum Beispiel die Ventilmaschinen, sind Originale aus dem Jahr 1914. Sie sind somit letzte Zeugen des Dampfschiffbaus von Escher Wyss & Cie, welche von 1839 bis 1939 sämtliche Schiffe der Zürichsee-Personenschifffahrt gebaut hatte.

Die Dampfmaschine ist im Gegensatz zum Dieselmotor eine Wärmekraftmaschine. Die Antriebsenergie stammt heute aus leichtem Heizöl. Ursprünglich schaufelten Heizer Kohlen in Feuerkessel. Das Schiff wird von zwei riesigen Schaufelrädern angetrieben, die an beiden Längsseiten des Dampfers befestigt sind. Diese können nur gleichzeitig und in die selbe Richtung bewegt werden.

"Die Raddampfer benötigen besondere Aufmerksamkeit beim Steuern", erklärt Bosshard. Aufgrund der Grösse und Trägheit der Räder kann kein rascher Richtungswechsel vorgenommen werden. Die Rudersteuerung wird heute mit einem Joy-Stick betätigt. Das herkömmliche Steuerrad dient vor allem der Dekoration, doch "im Notfall kann es durchaus benutzt werden", so Bosshard.

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