Kann Informatik helfen, dass mehr Lebensmittel in den Bäuchen statt den Abfallkübeln landen? Dieser Frage widmet sich der Erlebnispfad der Firma Zeix in Zürich. Die einzelnen Stationen des Pfades sollen durch den Entwicklungsprozess einer App führen, die helfen soll, dass Foodwaste verringert wird. Dabei sollen die Besucher ihren Umgang mit Esswaren sowie ihr Einkaufsverhalten reflektieren und ihr Wissen über Lebensmittel-Haltbarkeit testen können. «Ziel des Erlebnispfads ist es, auszuprobieren, wo Informatik Hilfestellung bieten kann», sagt Ina Hedwiger, Managing Partner bei Zeix.

Der Anlass der Zürcher Agentur für User Centered Design ist eine von über 100 Veranstaltungen, die im Rahmen der dritten Informatiktage am Freitag und Samstag in Zürich und Winterthur stattfinden. Über 70 Firmen, Organisationen, Hochschulen sowie Start-ups öffnen während zweier Tage ihre Türen und laden zum Erleben der Informatik ein. Auch die Stadt und der Kanton Zürich sind mit Anlässen vertreten. Die Veranstalter wollen im Rahmen der Informatiktage der Bevölkerung unterschiedliche Programmiersprachen und neue Technologien näher bringen. Zudem sollen die Besucher verstehen, wie sie sich im Internet schützen, was eine smarte Stadt ausmacht und wie viel Informatik für den Betrieb eines Flughafens notwendig ist.

Entwickeln, was es braucht

In diesem breiten Themenfeld soll die kritische Auseinandersetzung mit der Informatik nicht fehlen. Mehr aber noch sollen auch anschauliche Themen den Besuchern näher gebracht werden. Eine Form der Informatik, die direkt beim Wissen, den Bedürfnissen, dem Können und den Erwartungen der Menschen ansetzt, ist das User Centered Design. «Es ist die kommunikative Seite der Informatik», sagt Hedwiger. Die Firma, die von SP-Nationalrätin Jacqueline Badran im Jahr 2000 gegründet wurde, befasst sich ausschliesslich mit der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine, also mit dem Entwickeln und Konzipieren von Bedienoberflächen. «Bei Websites und Apps geht es um die Kommunikation zwischen Maschine und Mensch, dazu gehört das Vorhersehen seines Denkens und Handelns», sagt Hedwiger.

Deshalb sollen Besucher an den Informatiktagen den Prototyp eines Community-Kühlschranks mit Anbindung an eine App testen. Um Foodwaste zu vermeiden, teilen User überschüssige Lebensmittel über einen öffentlich zugänglichen Kühlschrank. Laut Hedwiger gibt es das schon beispielsweise in Zürich und Bern – jedoch ohne Informatik-Anbindung. Die Besucher sollen also den Fragen nachgehen, wie sie mit einer App zu Informationen gelangen, was im Kühlschrank liegt, woher es kommt und wann es weg ist. Grundsätzlich geht es beim Prototypen-Test darum, herauszufinden, ob ein mit mehreren Personen geteilter, intelligenter Kühlschrank überhaupt hilft, die Lebensmittelverschwendung privater Haushalte zu reduzieren.

«Die Besucher haben über eine sofortige Auswertung selbst Gelegenheit, ihr Wissen zum Thema Foodwaste mit dem der anderen Besucher zu vergleichen, natürlich anonym», sagt Hedwiger. Basierend auf den Nutzerrückmeldungen wird dann entschieden, ob die Idee dieser App und des Kühlschranks tatsächlich weiterverfolgt werden sollte. Den Vorteil, die effektiven Nutzer einer App direkt in den Entwicklungsprozess einzubinden, erklärt Hedwiger so: «Es reduziert massgeblich die Entwicklungskosten und führt zu Produkten, die auf dem Markt besser akzeptiert werden.»