Dietikon
Hier lernt man Tiere kennen — und teilen

Der Platz auf dem Rücken des Haflingers Mirko ist am Waldspaziergang des Chrüzachers in Dietikon hart umkämpft

Kathrin Fink
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Waldspaziergang mit Hund, Pferd und Mensch
16 Bilder
Stefanie und Tobias putzen gemeinsam das Pferd
Waldspaziergang Dietikon
Unterwegs auf dem Rücken des Esels Sassa
Soviel Löwenzahn haben die zwei schon gesammelt
Noch zu klein um zu reiten, aber interessiert am Wasser
Kleiner Mann mit grossem Hasen
Hühner zum Anfassen
Helena und Stefanie füttern die Hühner
Helena und der freche Güggel
Die langen Haare des Esels müssen gebürstet werden
Die Kinder behalten das Pferd im Blick
Auch die Enten werden gefüttert
Der mitgebracht Löwenzahn freut die Kaninchen
Christina ist fleissig am Löwenzahn pflücken
Beginn des Ausritts

Waldspaziergang mit Hund, Pferd und Mensch

Kathrin Fink

So, zum Kennenlernen bilden wir nun alle einen Kreis», ruft Miriam Spring in die Runde von neun Erwachsenen und 16 Kindern. Die Reitpädagogin und Leiterin des Ausfluges dirigiert alle in einen Kreis und erklärt das folgende Spiel. Sie, die anfängt, sucht sich jemanden im Kreis aus und stellt sich vor. Danach laufen die zwei in entgegengesetzter Richtung um den Kreis und schütteln sich noch einmal die Hand. Sobald der Handschlag erfolgt ist, rennen sie so schnell sie können zurück in die «Lücke» Derjenige, der als Zweiter ankommt, muss sich wieder jemanden zum Vorstellen suchen.

Es ist Samstagnachmittag und in der Freizeitanlage Chrüzacher in Dietikon steht der tierische Waldspaziergang auf dem Programm. Der Esel Sassa und der Haflinger Mirko warten darauf, bereit gemacht zu werden. Fell putzen und Winterhaare entfernen ist nun angesagt. Einige Kinder machen sich mit Freude ans Striegeln, andere halten die Fellbürste unsicher in den Händen und streichen mit zaghaften Bewegungen über die Bäuche der Tiere.

Grossandrang bei den Pferden

Jedes der Kinder darf für eine gewisse Zeit auf dem Esel oder dem Pferd reiten. Doch bei der Einteilung fliessen schon die ersten Tränen: Die kleine Olivia wollte zuerst aufs Pferd und kann sich nicht damit zufriedengeben, dass sie erst später an der Reihe ist. Es wird getröstet und gut zugeredet, bis der Pulk von Tieren, Erwachsenen und Kindern loszieht in Richtung Guggenbühlwald.

Viele der Eltern kennen die Aktivitäten des Chrüzachers, verbringen ihre Freizeit auf dem Gelände und sind so auf den Waldspaziergang aufmerksam geworden. Teilweise kannten auch die Kinder die Tiere der Freizeitanlage bereits und wollten mehr Zeit mit ihnen verbringen. Der kleine Mathieu mag die Esel lieber als die Pferde: «Bei den Pferden hat es immer schon so viele Kinder», sagt er auf Italienisch zu seinem Papa. Diesem geht es mehr darum, sich etwas in der Natur aufzuhalten. Er gehe gerne in den Wald spazieren, sagt er.

Dass die Kinder rausgehen und dabei die Tiere kennenlernen: Das ist das Ziel, das die Mitarbeiter der Freizeitanlage mit dem Waldspaziergang anstreben. «Heute können viele Kinder keine eigenen Tiere mehr zu Hause haben», erklärt Miriam Spring. «Bei uns lernen sie den Umgang mit ihnen.» Der Ausflug, der zehn Franken pro Kind kostet, findet monatlich statt und ist bewusst für Eltern und Kinder konzipiert. Dabei soll man gemeinsam Zeit verbringen können, fernab vom hektischen Stadtleben.

Waldluft hat Kräfte freigesetzt

Viele der jüngeren Kinder sind gegen Ende des eineinhalbstündigen Ausflugs erschöpft, einige müssen getragen werden, zwei schlafen in ihren Buggys. Bei den Grösseren hingegen hat die Waldluft Kräfte freigesetzt, sie springen umher und sammeln eifrig Löwenzahn, den sie den Kaninchen im Chrüzacher verfüttern werden. Freude am Reiten hatten alle. Die siebenjährige Stefanie wäre sogar gerne auf dem Esel und dem Pferd geritten: «Aber das ging halt nicht». Sie hätte gerne noch viel, viel mehr Zeit mit den Vierbeinern gehabt.

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