Nach den Diskussionen über hohe Saläre bei SBB, Post und anderen Betrieben des Bundes haben sich drei Zürcher Kantonsräte von SP, CVP und GLP mit einer Interpellation an die Regierung gewandt: Wie denn die Situation im Kanton aussehe, wollten sie wissen. Denn gerade bezüglich Spitzensalären dürfe von der öffentlichen Hand eine besondere Sensibilität erwartet werden.

In den verschiedenen Betrieben, die der Kanton ganz oder teilweise kontrolliert, bestehe kein einheitliches Entschädigungssystem, das für alle gleichermassen gelten würde, hält die Regierung in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Bericht fest. Je nach Organisationseinheit seien "spezifischste Rechtsgrundlagen" und damit andere verwaltungsrechtliche und personalrechtliche Grundsätze anwendbar.

Die Spannweite, die der Regierungsrat auflistet, ist denn auch gross: Sie reicht etwa von der Limmattalbahn AG, bei der die vier Mitglieder des obersten Führungsorgans und das Mitglied der Geschäftsleitung zusammen 213'000 Franken erhalten, bis zum Universitätsspital Zürich, dessen sieben Mitglieder des obersten Führungsorgans gesamthaft mit 313'500 Franken und die zehn Geschäftsleitungsmitglieder zusammen mit 4,5 Millionen Franken entschädigt werden.

Mehr als 1,5 Millionen erhält niemand

Detailliert listet der Regierungsrat auch auf, wie viele Personen - auch ausserhalb von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat - pro Betrieb in verschiedene Spitzensalär-Kategorien fallen.

Die drei Interpellanten hatten dabei offenbar zu grosse Summen im Kopf. Denn für ihre Kategorie "D" (über 2 Millionen Franken) und Kategorie "C" (zwischen 1,5 und 2 Millionen Franken) weist der Regierungsrat für alle 14 aufgeführten Anstalten und Organisationen keine Personen aus.

In die Kategorie "B", mit einer Gesamtentschädigung zwischen 1 und 1,5 Millionen Franken, entfallen gemäss Regierungsrat insgesamt acht Personen. Sieben von ihnen gehören zum Universitätsspital Zürich, eine zum Kantonsspital Winterthur. 56 Personen werden der Kategorie "A" zugeschlagen, die 430'000 Franken bis 1 Million Franken erhalten. Diese sind ebenfalls den beiden grossen Spitälern zuzurechnen - mit Ausnahme einer Person von den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich.

Veranschaulichung der Salärverteilung in der Kategorie «B», mit einer Gesamtentschädigung zwischen 1 und 1,5 Millionen Franken.

In den übrigen Institutionen - unter anderem Gebäudeversicherung, Sozialversicherungsanstalt, Universität Zürich und Zürcher Landwirtschaftliche Kreditkasse Genossenschaft - wird gemäss Auflistung niemand mit mehr als 430'000 Franken entschädigt. Nicht in der Liste enthalten sind Angaben zur Zürcher Kantonalbank.

Insgesamt hält der Regierungsrat die Entschädigungspraxis "für ein wichtiges Element der Organisationsführung". Je mehr Verantwortung eine Person trage, desto stärker sollte die Entschädigung die von ihr zu verantwortenden Risiken einbeziehen. Bei der Entschädigungspraxis bei den kantonalen Beteiligungen bestehe "kein grundsätzlicher Anpassungsbedarf".