Gutscheinbuch
Herausgeberin Caterina Meyrat: «Zürich ist ein Yoga-Dschungel»

Mit ihrem Buch will Caterina Meyrat die Hemmschwelle vor Kursen senken und Interessierten eine Auswahl an kleinen, aber feinen Yoga-Studios in der Stadt bieten.

Lina Giusto
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Caterine Meyrat, Herausgeberin des Gutscheinbuches "Hallo Yoga", Zürich.

Caterine Meyrat, Herausgeberin des Gutscheinbuches "Hallo Yoga", Zürich.

Alex Spichale

Frau Meyrat, wie kamen Sie auf die Idee ein Yoga-Gutscheinbuch zu machen?

Caterina Meyrat: Die Inspiration stammt aus dem Jahr 2010, als ich Berner Restaurants für das Gutschein-Buch «Essen gehn!» ausgewählt habe. Seit drei Jahren praktiziere ich nun Yoga etwas intensiver. Und vor etwa einem Jahr haben sich die beiden Gedanken «Gutschein-Buch» und «Yoga» miteinander verbunden.

Dann haben Sie losgelegt.

Ich hatte den Wunsch, ein schön kuratiertes, handliches Buch herauszugeben, das einen Überblick über die eher kleineren Yoga-Studios der Stadt bietet. Jedes der vierzehn Studios kann mit dem Buch während eines Jahres für eine kostenlose Lektion besucht werden.

An wen richtet sich «Hallo Yoga»?

Das Buch soll Interessierten einen Einblick in diverse Yogaformen gewähren und die Hemmung nehmen, mal ein Studio zu besuchen. Alle vorgestellten Studios sind schöne Orte. Die Yogalehrer sind dank langjähriger Erfahrung kompetent. Die Gutscheine sollen helfen, Yoga kennenzulernen und ausprobieren zu können. Vielleicht findet der Besucher so ja auch seinen Lieblingsort.

Braucht es das Buch wirklich?

Definitiv. Zürich ist mit über 120 Studios ein Yoga-Dschungel. Kursbesucher tauschen sich oft untereinander aus, wollen wissen, wo man war, wie es in diesem oder jenem Studio ist, und berichten über eigene Eindrücke. Ich selber verbrachte mehr Zeit beim Googlen der Yogakurse, als ich dann effektiv für die Praxis aufwendete. Genau hier soll das Buch anknüpfen.

Sie stellen neun Yogastile vor. Ist das nicht etwas viel?

Ich habe bewusst die etwas gängigeren Yogaformen ins Buch aufgenommen. Deswegen sind die einzelnen Studios anhand ihres Stils und dem Kursablauf beschrieben. Der Besucher soll wissen, was ihn im Kurs erwartet, um herauszufinden, was zu ihm passt.

Wir sind im Ayur-Yoga-Center. Im Buch ist es als ruhiger Ort beschrieben, der Zuflucht bietet, wenn der Yogahype zu laut wird. Befeuern Sie ihn damit nicht zusätzlich?

Das Studio hier ist bodenständig und existiert seit über 20 Jahren. Für mich persönlich ist es ein Zuhause. Deshalb führen wir auch das Gespräch hier. Mit dem erwähnten Hype spreche ich diese riesige Auswahl an Studios und Stilen an, die es mittlerweile in der Stadt gibt. Viele Studios setzen auch auf diesen Lifestyle-Trend, legen Wert auf modische Trainingsklamotten und verlieren dabei den wesentlichen Fokus vom Yoga aus den Augen.

Und der ist?

Den Bezug zu sich selber zu pflegen, wiederherzustellen, wenn er verloren ging. Oder einfach bei sich zu bleiben, nichts zu müssen. Halt die Maske, die wir im Alltag oft tragen, ablegen dürfen.

Woher kommt eigentlich der Yogatrend?

Weil es mehr Angebote gibt, wollen auch mehr Menschen Yoga ausprobieren. Das ist wohl ein Grund. Zum anderen weckt der schnelllebige Alltag, den wir hier leben, das Bedürfnis nach Ruhe und Rückzug. Viele Menschen wollen und müssen die Beziehung zu sich selber wieder pflegen. Mit Yoga schafft man sich eine bewusste Auszeit vom Alltag.

Wie kamen Sie zum Yoga?

Anfänglich habe ich einfach Kurse besucht. Damals war für mich Yoga eher Sport. Während einer persönlichen Krise aber hat es irgendwie Klick gemacht. Ich habe verstanden, wie heilend Yoga für mich ist. So ist meine Liebe entfacht.

Was hat diese Liebe mit Ihnen gemacht?

Ich bin ausgeglichener, achtsamer und bewusster im Umgang mit mir selber geworden. Ich praktiziere Yoga als Pause im Alltag und tanke dabei Energie. Es ist ein schöner Gegenpol zu meinem eher vollen Alltag mit Beruf, meinen beiden Kindern und diversen Projekten, die ich betreue.

Ihr Buch ist diese Woche erschienen. Gab es schon Reaktionen?

Sogar sehr viele, ja. Und auch sehr unterschiedliche. Freunde, Bekannte und Verwandte haben sich gemeldet. Auch Yoga-Interessierte haben sich für das Buch bedankt. Es kamen bereits Anfragen aus Bern und Basel, ob ein solches Buch auch für ihre Städte geplant sei.

Und?

Das freut mich natürlich sehr. Ich würde gerne ein weiteres «Hallo Yoga» für Zürich oder andere Städte gestalten.