Bauprojekt
Helvetiaplatz: Kanzlei-Turnhalle soll abgerissen werden

Die Diskussionen um die Neugestaltung des Zürcher Helvetiaplatzes erhalten Auftrieb. Eine neue Machbarkeitsstudie der Volkshausstiftung sieht den Abriss der Kanzleiturnhalle vor. Dies hätte eine «frappante Wirkung», teilte die Stiftung am Dienstag mit.

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Blick auf die Kanzleiturnhalle (Archiv)

Blick auf die Kanzleiturnhalle (Archiv)

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Der Zürcher Kreis 4 mit seinen 27'000 Einwohnern habe zwar grosszügige Grün- und Freiflächen, aber keinen urbanen Platz. Der Helvetiaplatz wecke wohl Erinnerungen, seine ehemalige Bedeutung habe er aber verloren. Der Platz sei heute eine «Ansammlung von Überresten unkoordinierter stadtplanerischer Eingriffe in den vergangenen sechzig Jahren», schreibt die Volkshausstiftung.
Durch den Abriss der Turnhalle gewinne der Platz an Dominanz. Die Ankerstrasse werde in die Platzfläche integriert und das angrenzende Gerichtsgebäude würde besser zur Geltung kommen.
Die Nutzungen der Turnhalle sollen gemäss den Vorschlägen in das zu diesem Zweck umgebaute Amtshaus verlegt werden. Vorgesehen ist, die neue Fassade des Amtshauses mit der Flucht der Bäckerstrasse zu koordinieren.
«Unverwechselbarer Bodenbelag»

Ein «unverwechselbarer Bodenbelag» soll dem Platz einen eigenständigen Charakter verleihen. Gleichzeitig werde damit die Ausdehnung des Areals verdeutlicht. Die Kiesfläche auf dem Kanzlei- Areal bleibt gemäss der Studie bestehen. Die Passage zwischen Stauffacher und Helvetiaplatz soll zum Boulevard werden.
Für Tram und Bus ist neu eine Haltestelle mit einem gemeinsamen Dach geplant. Als «leuchtender Körper» soll dieses den Passanten nachts ein Gefühl der Sicherheit vermitteln.
Mit der Machbarkeitsstudie will die Volkshausstiftung einen «aktiven und kompetenten Beitrag zur Entwicklung des Langstrasse- Quartiers» leisten. Die Studie sei Mitte Mai der Spezialkommission für Stadtentwicklung des Zürcher Gemeinderates vorgestellt worden.
Diese Spezialkommission berate derzeit das älteste Geschäft des Rates, eine 1994 eingereichte Motion zur Neugestaltung des Helvetiaplatzes. 2006 beschloss das Stadtparlament, die Motion nicht abzuschreiben und das Anliegen weiter zu verfolgen.