Fest- und Hochzeitsmesse
Heiraten doppelt so trendy wie scheiden

Heiraten ist wieder trendy: Die Zahl der Eheschliessungen stieg im Kanton Zürich seit 2006 Jahr für Jahr an. 2009 wurden im Kanton gemäss den neusten Angaben des Statistischen Amts 8493 Ehen geschlossen.

matthias scharrer
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Hochzeitstorte mit einschlägiger Dekoration an der Fest- und Hochzeitsmesse, die heute und morgen in Zürich stattfindet. mts

Hochzeitstorte mit einschlägiger Dekoration an der Fest- und Hochzeitsmesse, die heute und morgen in Zürich stattfindet. mts

Limmattaler Zeitung

Zürcherinnen und Zürcher sind laut Statistik besonders heiratsfreudig: 2009 gab es je 1000Einwohner 6,3Hochzeiten – mehr als in jedem anderen Kanton. Grund genug, sich an der Fest- und Hochzeitsmesse, die heute und morgen in Zürich Oerlikon stattfindet, über die neusten Hochzeitstrends zu informieren.

Sommernachtspartys als Renner

Messeleiterin Maja Frick meint zunächst zurückhaltend: «Im Kern bleibt das Heiraten immer gleich.» Zunehmend gefragt seien aber professionelle «Tätschmeister», die für die «Wow-Effekte» an jenem Tag sorgen, der unvergesslich sein soll.

Zu dieser Sparte gehört Caterina Pelosato Bieg, von Beruf «Wedding Planer». «Die Leute wollen nicht mehr unbedingt in der Kirche heiraten. Sie wollen aber trotzdem eine zeremonielle Trauung», sagt Pelosato Bieg. Hochzeiten würden dadurch immer individueller. «Es geht in Richtung Happening und Event», so die Wedding-Planerin.

Um herauszufinden, was dem Brautpaar vorschwebt, führe sie jeweils ausführliche Gespräche mit ihm. «An dem Tag, an dem ich zweimal die gleiche Hochzeit veranstalte, müsste ich meinen Beruf wechseln», sagt Pelosato Bieg. Dennoch zeichne sich klar ab: «Ein Renner sind Feste, die draussen stattfinden, Sommernachtspartys.»

Das hat Folgen für die Gastro-Branche: «Der Catering-Bereich hat sich stark entwickelt, weil weniger stationär geheiratet wird», sagt Messeleiterin Frick. Auch der Event- und Künstlerbereich sei zunehmend gefragt. «Der Kern bleibt, aber das Rahmenprogramm variiert», erklärt Frick.

15000 bis 20000Franken pro Fest

Zum Kernprogramm zählt sie Mode, Ringe, Fotografen, Gastgewerbe, Blumen, Einladungskarten, Fahrzeuge sowie Zivilstandsamt respektive Kirche – alles Angebote, die auch an der Fest- und Hochzeitsmesse zu haben sind.

Es ist ein lukrativer Markt: Pro Hochzeit werden laut Frick im Durchschnitt zwischen 15000 und 20000Franken ausgegeben – «und damit hat man noch keine Highlights».

Referate über Eheverträge

Auch für die rechtlichen Fallstricke einer Ehe lässt sich an der Hochzeitsmesse vorsorgen: Es gibt täglich Fachreferate über Eheverträge. Versicherungen mit entsprechenden Angeboten zählen ebenfalls zu den gut 200Ausstellern. Wie gefragt sind diese Angebote? «Noch viel zu wenig, wenn man bedenkt, wie viele Scheidungen es gibt», sagt Frick.

Daher zum Schluss noch etwas Statistik: Im Kanton Zürich werden jährlich rund 4000Ehen geschieden. Gesamtschweizerisch liegt die Scheidungsrate bei knapp 50Prozent, wobei sie in den letzten fünf Jahren etwas sank. Positiv formuliert: Heiraten ist doppelt so trendy wie scheiden.

Fest- und Hochzeitsmesse, Messe Zürich, 8. und 9. Januar.

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