Das rund 375-jährige Bodmerhaus muss saniert werden. Grund dafür sind die stahleisernen Tresore, prall gefüllte Aktenschränke und Büchergestelle, die vom Boden bis zur Decke reichten. In diesen wurden die Archive des Schriftstellers Thomas Mann verstaut. Sie überlasteten die Tragstruktur des Hauses über die letzten Jahre massiv.

Das Bauprojekt rief die Feuerpolizei auf den Plan. Diese forderte, dass das Gebäude ein Nottreppenhaus haben müsse. Wegen des geplanten fensterlosen Betonanbaus an der Seite des Gebäudes erhob der Zürcher Heimatschutz im März 2016 Rekurs gegen die Baubewilligung. Diese Beschwerde wurde Ende Mai vom Bundesgericht aus formellen abgewiesen, ohne auf den geplanten Umbau einzugehen. In einer Medienmitteilung bedauert der Heimatschutz den Entscheid und schreibt, es sei für ihn unerklärlich, weshalb das Haus ein solch massives Treppenhaus brauche.

Besonders wenn man bedenke, dass das Haus weder für Grossanlässe noch für dauerhaftes Wohnen gebraucht werde. Sei ein Notfalltreppenhaus wirklich nötig, sei eine filigrane, wenig sichtbare Metallkonstruktion vorzuziehen, heisst es weiter. 1961 verlagerte die Stadt das Thomas-Mann-Archiv von der ETH Zürich ins Bodmerhaus, eines der wertvollsten Baudenkmäler der Stadt.