Hauswirtschafts-Kurse
Hauswirtschaftliche Fortbildung: Zürich muss 350'000 Franken sparen

Die Abstimmung vom vergangenen September zur hauswirtschaftlichen Fortbildung hat in der Stadt Zürich noch keine grossen Auswirkungen. Die Fachschule Viventa muss aber bis zum Schuljahr 2014/15 das Jahresbudget um 350'000 Franken reduzieren.

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Die Stimmberechtigten im Kanton Zürich waren im September 2011 mit 50,1 Prozent knapp dafür, das Gesetz über die hauswirtschaftliche Fortbildung aufzuheben. (Symbolbild)

Die Stimmberechtigten im Kanton Zürich waren im September 2011 mit 50,1 Prozent knapp dafür, das Gesetz über die hauswirtschaftliche Fortbildung aufzuheben. (Symbolbild)

Archiv/Wal

Die Stimmberechtigten im Kanton Zürich waren im September 2011 mit 50,1 Prozent knapp dafür, das Gesetz über die hauswirtschaftliche Fortbildung aufzuheben. Dieses verpflichtete die Gemeinden dazu, Kurse in hauswirtschaftlicher Fortbildung für Erwachsene und schulentlassene Jugendliche anzubieten.

Der Kanton Zürich subventionierte die Kurse mit jährlich 1,3 Millionen Franken. Der Kantonsrat wollte das Gesetz ersatzlos streichen, ein Komitee ergriff darauf das Referendum und erzwang die Abstimmung. Das Komitee befürchtete, dass etwa 300 Lehrpersonen ihre Anstellung verlieren würden.

Diese Befürchtungen treffen auf die städtische Fachschule Viventa aber bisher trotz Sparauftrag der Stadt nicht zu. Wie Yvonne Kern, Direktorin der städtischen Fachschule Viventa, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte, soll es nicht zu Entlassungen kommen.

Sie werde nun einen Umsetzungsplan ausarbeiten, sagte Kern. Dabei würden die Kursgelder, das Kursangebot aber auch die Strukturen von Leitung und Verwaltung überprüft.

Bereits gespart worden ist bei den Broschüren mit dem Kursangebot: Statt drei erscheinen nur noch zwei. Ende 2014 soll dann der wegfallende Beitrag des Kantons ganz eingespart sein. Er macht 8 Prozent des Viventa-Budget aus.

Winterthur muss auf 109'000 Franken verzichten

Der Stadt Winterthur entfallen seit 2011 Subventionen in der Höhe von 109'000 Franken, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Antwort auf eine EVP-Interpellation hervorgeht. Subventioniert wurden Koch- und Nähkurse sowie Erziehungskurse.

Die Kochkurse für Menschen mit Behinderungen werden ab August 2012 von Pro Infirmis weitergeführt. Bei den Nähkursen werden die Teilnehmer-Beiträge ab August 2012 erhöht. Aber auch nach der Kursgelderhöhung könnten die Kurse bei weitem nicht kostendeckend angeboten werden, schreibt der Stadtrat in seiner Antwort.

Der Stadtrat prüft nun, ob die Nähkurse durch die Leiterinnen auf privater Basis weiter angeboten werden können. Die Stadt würde ausnahmsweise die Kursräume unentgeltlich zur Verfügung stellen. Wie es weiter heisst, will der Stadtrat künftig bei der Erwachsenenbildung das Gewicht auf die Elternbildung und die Deutschkurse legen.

Höhere Kursgelder

Keine Auswirkungen auf das Kursprogramm hat die Abstimmung vom vergangenen September in Illnau-Effretikon. Der Grosse Gemeinderat hatte am Donnerstag vor einer Woche einstimmig den Kredit von 50'000 Franken zur Weiterführung der Erwachsenenbildung bewilligt. Angepasst werden die Kursgelder und die Löhne der Kursleiter.

Höhere Kursgelder gibt es auch in Uster. Ob die Kurse auch künftig angeboten werden, ist noch unklar. Dies wird sich im nächsten Jahr weisen, wie es auf Anfrage bei der Elternbildung Uster hiess.

Fortgeführt wird die hauswirtschaftliche Fortbildungsschule in Volketswil, wie die Schulpflege Volketswil bereits Anfang Jahr mitgeteilt hatte. Die Gemeinde hatte 10 Prozent subventionierte Kurse im Programm. Für die Weiterführung werde ein Konzept erstellt.

Im Vorfeld der Abstimmung hiess es, dass im Kanton 22'550 Männer und Frauen pro Jahr einen der 1800 Kurse in den Bereichen Kleider, Mode, Elternbildung, Staat, Wirtschaft, Recht, Haushalt, Ernährung und Gesundheit besuchen.