Zürich

Hauseigene Historiker arbeiten sich durch Archive der ZKB

Raphaela Ziegler, Historikerin und Leiterin des ZKB-Infocenters.

Raphaela Ziegler, Historikerin und Leiterin des ZKB-Infocenters.

Aus Anlass des 150-Jahr-Jubiläums erscheint ein Buch zur Geschichte der Zürcher Kantonalbank.

Der Stimme von 37157 Menschen ist es zu verdanken, dass heute, 150 Jahre nach der Eröffnung der ersten Zürcher Kantonalbank in der Wohnung des Zeughausdirektors im Zürcher Feldhof, das Jubiläum gefeiert wird. Dies nimmt die ZKB zum Anlass, ihre Geschichte genauer zu beleuchten.

«Während zweieinhalb Jahren waren wir mit den Recherchearbeiten und dem Geschichtenschreiben beschäftigt», sagt Raphaela Ziegler, Historikerin und Leiterin des ZKB-Infocenters. «Wir hatten Material aus 150 Jahren, auf zwei Millionen Seiten niedergeschrieben und in 150 Schachteln verstaut.»

Ihr Anspruch war es, im Jubiläumsbuch den Bild- und Textanteil in etwa gleich zu halten. «Beim Text war es nicht schwierig, genügend Material zu finden. Für die Illustrationen mussten wir tiefer graben», sagt Ziegler. Doch auch der Text stellte das Team vor Herausforderungen. Alte Protokolle, die noch von Hand geschrieben waren, mussten sie Seite für Seite lesen, das Wichtigste zusammenfassen und von Hand abtippen. Maschinelles Lesen mit Computer sei unmöglich gewesen.

Als Geschenk oder online

«Überrascht merkte ich, dass Frakturschriftlesen für uns Ältere ganz selbstverständlich war. Ein jüngerer Kollege hingegen brauchte schon etwas Zeit, bis er sich eingelesen hatte», sagt Ziegler. Das Ziel habe gelautet, die vergangene Zeit wieder lebendig zu machen. Wie viele Stunden sie schlussendlich mit dem Projekt verbracht hätten, wisse sie nicht genau, sagt Ziegler. «Es waren aber wirklich, wirklich viele.» Das Resultat wird im Jubiläumsbuch zu sehen sein, das die ZKB verschenkt oder online zur Verfügung stellt.

Härte des 19. Jahrhunderts

Zu sehen gibts die Erkenntnisse des Buches zudem im Erlebnisgarten, der im kommenden Sommer auf der Zürcher Landiwiese stattfinden wird. Während sechs Wochen soll die Geschichte der ZKB ab dem 29. Mai interaktiv dargestellt werden.

Auf Bankvater Johann Jakob Keller angesprochen, erklärt Ziegler: «Obwohl er ein wichtiger Exponent war, dreht sich im Jubiläumsbuch nicht alles um ihn.» Er sei ein sehr wichtiger Streiter für die Zürcher Kantonalbank gewesen, doch «es war die demokratische Bewegung als Ganzes, die die Gründung der ZKB ermöglicht hat».

Jakob Keller sei ein charismatischer, pragmatischer Mann gewesen, der Dinge angepackt habe und Leute um sich sammeln konnte. «Durch den Bankrott seines Vaters und den Tod von zwei Ehefrauen bekam er die ganze Härte des 19. Jahrhundert persönlich zu spüren.»

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