Zur künftigen Verkehrssituation am Zürcher Heimplatz zeichnet sich eine neue Lösung ab. Wie die NZZ berichtet, konnte Tiefbauvorsteher Filippo Leutenegger (FDP) der gemeinderätlichen Verkehrskommission im Vorfeld der heute startenden Budgetdebatte eine Lösung für das Problem der in der bisherigen Planung fehlenden Velowege vorlegen.

Sein Plan: Durch eine seitliche Verschiebung der Gleise soll an der Rämistrasse ein Veloweg entstehen. Die Fahrgästewürden dabei von einer Seite vom Trottoir aus einsteigen können, wodurch nur noch eine Traminsel benötigt würde. Dazu kommt: Ab 2017 soll das 8er-Tram nicht mehr über das Kunsthaus, sondern über den Kreuzplatz zum Klusplatz führen, was Leuteneggers Plänen entgegenkommt.

Laut NZZ könnte im Gemeinderat nun eine Mehrheit für diesen Plan gewonnen werden: In der Rechnungsprüfungskommission habe sich bereits eine Mehrheit davon überzeugen lassen, die für die Pläne nötigen Gelder durchzuwinken. Letztes Jahr hatte sich eine Ratsmehrheit geweigert, die Gelder für die ersten Pläne der Stadt zu bewilligen. Denn in den Plänen und Visualisierungen, die Leuteneggers Vorgängerin Ruth Genner (Grüne) vorgelegt hatte, waren keine Velowege vorgesehen. Die damals präsentierten Bilder mit hellem Naturstein und grüner Mittelinsel sind mittlerweile wieder von der städtischen Homepage verschwunden.

Die Grüne-Fraktion hatte danach postwendend in einer Motion gefordert, dem Gemeinderat Pläne für eine gestalterische und verkehrsplanerische Aufwertung des Heimplatzes vorzulegen. Dieser soll im Rahmen der Eröffnung des neuen Kunsthauses eine umfassende Erfrischungskur erfahren.

Knapp dürfte es aber auch dieses Mal werden. Denn SP, AL und Grüne wollen Leuteneggers Variante stoppen, schreibt die NZZ. Sie zitiert Gemeinderat Markus Knauss (Grüne), der die vorgeschlagenen Pläne als rein „kosmetische Massnahmen“ bezeichnet. Er fordert einen Wettbewerb für die Gestaltung des Heimplatzes, dem städtische Bedeutung zukomme.

Ob die Stimmen von SVP, FDP, CVP und GLP für die Bewilligung der Gelder für Leuteneggers Plan ausreichen, wird sich zeigen. Wie auch immer das Parlament entscheidet: Das letzte Wort zu dem Heimplatz-Plänen wird nicht der Gemeinderat haben, sondern das Volk.