Zürich

Hat FDP-Nationalrätin Doris Fiala bei ihrer Abschlussarbeit geschummelt?

Doris Fiala.

Doris Fiala.

Die ETH Zürich prüft nach einem Hinweis, ob die freisinnige Nationalrätin bei der Abschlussarbeit eines Lehrgangs geschummelt hat. Doch Fiala betont: «Ich bin keine Betrügerin.»

Die Zürcher FDP-Nationalrätin Doris Fiala könnte sich vorstellen, das Zürcher Stadtpräsidium zu übernehmen (wir berichteten). Kaum hat sie sich ins Gespräch gebracht, wird sie kritisiert. Ein Informatikmitarbeiter und Student der Uni Zürich wirft ihr vor, bei ihrer Abschlussarbeit für einen ETH-Lehrgang Zitate ohne Quellenangabe übernommen zu haben. Das berichtet am Dienstag der «Tages-Anzeiger».

Konkret soll der Student die Abschlussarbeit der FDP-Nationalrätin zum Thema Migration und Sicherheitspolitik mit einer Plagiat-Erkennungssoftware der Uni Zürich untersucht haben und dabei auf rund 300 Sätze gestossen sein, die mindestens ähnlich bereits in anderen Publikationen stehen.

Doch der grösste Teil der Treffer, die die Software dem Informatikmitarbeiter herausgespuckt hatte, sind Fehlanzeigen. So soll laut «Tages-Anzeiger» bereits das Inhaltsverzeichnis von Fialas Arbeit ein Plagiat sein. Zudem wurden auch korrekte Quellenangaben als undeklarierte Zitate beurteilt.

Trotzdem sollen sich Wikipedia-Einträge in die Arbeit von Doris Fiala eingeschlichen haben, ohne diese zu deklarieren. Ein ETH-Sprecher betonte, man werde nun abklären, ob ein Verdacht vorliege.

Fiala ärgert sich

Doris Fiala wehrt sich vehement dagegen, ihren Lehrgang mit Copy-Paste-Daten abgeschlossen zu haben. «Es mag sein, dass ich nicht umfassend genug und nicht überall ausreichend Quellenangaben gemacht habe. Aber deswegen bin ich noch lange keine Betrügerin», sagt Doris Fiala gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda räumte Fiala unumwunden ein, sie sei «offenbar mit gewissen Quellenangaben schludrig umgegangen». Das bedaure sie extrem.

Über ihre Nachlässigkeit ärgert sie sich: «Ich könnte mir die Haare ausreissen.» Im Nachhinein frage sie sich, weshalb sie nicht selber ein Plagiatserkennungs-Programm über die Arbeit habe laufen lassen. «Dann hätte ich die Mängel beizeiten selber erkannt».

Sie betont jedoch: «Ich wollte auch nicht schummeln, ich war schlicht und einfach nicht umfassend exakt und systematisch genug.»

Fiala meint weiter, dass es sich bei ihrem Beitrag um eine aufwändige Arbeit handelt. Sie habe die Arbeit nirgendwo einfach nur abgeschrieben, sondern dafür während Monaten Kurse in Zürich, London und selbst am Pentagon besucht haben und mehr als ein halbes Jahr am Abschluss gearbeitet haben. (az)

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