Affoltern

Harmonie Affoltern wird 100 Jahre alt und führt den Musiktag fürs Amt und das Limmattal durch – die OK-Präsidentin im Interview

«Ich freue mich, wenn es endlich losgeht»: OK-Präsidentin Patricia Gmür auf dem vorgesehenen Festareal.

Patricia Gmür

«Ich freue mich, wenn es endlich losgeht»: OK-Präsidentin Patricia Gmür auf dem vorgesehenen Festareal.

Zu ihrem 100-jährigen Bestehen wird die Harmonie Affoltern im Jahr 2020 einen Musiktag organisieren. Im Interview erzählt OK-Präsidentin Patricia Gmür, was der Verein zum Jubiläum alles geplant hat.

Im kommenden Jahr feiert der Musikverein Harmonie Affoltern sein 100-jähriges Bestehen – mit einem regionalen Musiktag im Juni im Schulareal Ennetgraben. Die OK-Präsidentin Patricia Gmür zeigt sich bereits bereit für den Grossanlass – die grossen Sachen seien organisiert, und schon 16 Vereine aus dem Knonaueramt und dem Limmattal hätten sich provisorisch angemeldet.

Wann haben Sie zum ersten Mal mit dem Gedanken gespielt, einen Musiktag zu organisieren?
Patricia Gmür: Das war vor sechs Jahren, als der Musiktag in Bonstetten war. Unser 100-Jahre-Jubiläum bot sich als Gelegenheit an. Vor drei Jahren wurde es dann konkreter. Zuerst wollten wir das Zentrum von Affoltern als Austragungsort. Das mussten wir dann aus Platzgründen verwerfen. Jetzt sind wir glücklich und dankbar, dass wir es auf dem Areal der Oberstufe Affoltern durchführen können. Wir erwarten am Samstag und Sonntag je 800 Leute.

Da braucht es einiges an Infrastruktur. Was ist geplant?
Die Wettvorträge finden am Samstag in der Aula statt. Sie ist für die Zuschauer perfekt und auch die musikalischen Kriterien werden in diesem Saal sehr gut erfüllt. Auf den Sportplatz kommt ein grosses Festzelt mit Holzboden, daneben ein Barzelt und eine Kafistube. Das Schulhaus bietet uns bereits viele Möglichkeiten. Zum Beispiel können die Instrumente der Musikvereine in den Turnhallen gelagert werden. Das Sekretariat kann ebenfalls auf dem Schulhausareal geplant werden.

Wie ist der Stand der Vorbereitungen?
Die grossen Sachen wie der Festplatz und das Zelt sind organisiert. Die Geldbeschaffung wird noch bis zum Schluss laufen. Da müssen alle ihre Kontakte nutzen. Etwa 70 Prozent haben wir bereits finanziert, daneben sind wir auch auf die öffentliche Hand angewiesen. Die Gemeinden, die einen Musikverein haben, sind bereits angefragt. Ebenfalls sind alle sicherheitstechnischen Fragen geklärt, die Parkplätze organisiert. Das gesamte musikalische Rahmenprogramm ist aufgegleist und die Musikvereine vorbereitet, was sie am Musiktag erwartet. Die Festwirtschaft kommt in grossen Schritten in ihren Vorbereitungen voran. Es ist alles im Zeitplan. Im Moment fällt noch viel Kleinarbeit an, vom Briefversand über die Anmeldungen und den Festführer. Es gilt, tausende Detailfragen zu klären. Generell nimmt die Korrespondenz zu.

Letztmals hat die Harmonie Affoltern den Musiktag 1995 organisiert. Was hat sich seither verändert?
Extrem viel. Damals ging es noch ohne Computer. Die Digitalisierung hat extrem viel verändert im Bereich Werbung und Sponsoring. Aber es ist auch vieles teurer geworden. Nur schon fürs Zelt brauchen wir dreimal so viel Geld wie vor 25 Jahren. Das ist eine Zahl, die sich auf das gesamte Budget ausweiten lässt. Weiter arbeiten wir heute mit Mehrweg-Geschirr. Das ist ein bewusster Entscheid des OK. Das bedingt zusätzliche Arbeiten, zusätzliche Helfer und ein Abwasch-Mobil. Dies verursacht zwar mehr Kosten und Aufwand, aber das ist es uns wert.

Nach dem Musikfest in Hausen dieses Jahr schon nächstes Jahr wieder eines im Bezirk Affoltern – ist das ein Vor- oder ein Nachteil?
Eher ein Vorteil. Hausen hat schon viel vorgespurt und die Blasmusik-Szene bekannter gemacht. Wir können auch nachfragen bei organisatorischen Dingen. Da sind unsere Oberämtler Musikkollegen sehr offen. Die Idee wäre ja, jedes Jahr ein Musikfest zu haben, aber die kleineren Vereine können das finanziell und organisatorisch gar nicht mehr umsetzen. Die Harmonie Affoltern ist zum Glück ein gefestigter Verein, der mit seinen 40 Leuten auch intern verhebet.

Im Gegensatz zu Hausen konzentrieren Sie den eigentlichen Musiktag auf den Samstag. Weshalb?
Wir haben uns für die kantonale Veteranentagung beworben. Die beansprucht einen ganzen Tag, den Sonntag. Früher war es auch schon so, dass der Musiktag an einem Tag war. Das hat den Vorteil, dass man Vereine nach Jahren wieder sieht, die sonst immer am anderen Tag da waren. Auf das freuen wir uns. Am Samstagabend werden alle 600 Musikanten beim Znacht gemeinsam den Tag abschliessen.

Welche Vereine kommen nach Affoltern?
Provisorisch sind 16 Vereine aus den Regionen Knonaueramt und Limmattal angemeldet – entweder für die Sparte Konzert- oder Unterhaltungsmusik. Sie werden mit Punkten bewertet, aber ohne Rangliste. Dafür sind die Niveaus zu unterschiedlich. Wir hatten auch Anfragen von auswärtigen Vereinen, aber die können wir nicht annehmen, weil der Zeitplan zu knapp ist.

Eine Besonderheit ist die vorgesehene Marschmusikstrecke: die Laufbahn der Sportanlage Moos. Was sind da die Vorteile und Herausforderungen?
Wir haben verschiedene Strecken evaluiert. Überall kam uns der öV in die Quere oder verkehrsberuhigende Massnahmen. So kamen wir auf die Leichtathletikbahn. Es ist auch für die Zuschauer cool, wenn man sitzen kann, die Musik von beiden Seiten sieht und den ganzen Marsch hört.

Die Kurve zwischen den beiden Geraden dürfte für die Musikanten eine Herausforderung sein …
Ja, darauf muss man sich einstellen, die an der Kurveninnenseite müssen kürzere Schritte machen, die ganz aussen etwas längere. Bei der Marschmusik gibts dann eine Rangliste. Das hatten wir seit Jahren nicht mehr.

Wann wird die Harmonie Affoltern zu hören sein?
Am Freitag feiern wir Geburtstag. Dann werden wir ein Jubiläumskonzert geben. Wir dürfen uns aber auch selber hinsetzen: Bei der Unterhaltung mit Frölein Da Capo. Sie hat mit «Kämmerlimusik» soeben den Schweizer Comedy-Award in der Kategorie Solo gewonnen. Am Samstag sind wir dann nur als Organisatoren im Einsatz. Am Sonntag werden wir die Veteranen mit einem Ständli begrüssen.

Was sind die Highlights fürs breite Publikum?
Es war uns sehr wichtig, am Freitag- und Samstagabend ein Programm zu bieten, das die breite Bevölkerung anspricht und nicht nur die Blasmusik-Fans. Dafür haben wir am Freitag das Frölein Da Capo und die Ämtler Band Round of Sound, am Samstag die drei Frauen von Sheee mit Band. Die bieten super Unterhaltung – auch zum Tanzen.

Das Musikfest-Logo ist ein stilisierter Apfel. Was möchten Sie damit ausdrücken?
Einerseits ist da eine Note drin. Die steht für die Verbindung zur Blasmusik. Andererseits der Apfel fürs Apfelbaumdorf. Wir sind seit 100 Jahren die Musik des Dorfs – und jetzt ja die Stadtmusik von Affoltern. Das darf man auch sehen.

Das macht der Musikverein Harmonie Affoltern auch verstärkt sichtbar – etwa mit dem Empfang der Jugendmusik Bezirk Affoltern (Jumba) nach deren Besuch am Eidgenössischen.
Ja, wir wollten diese Tradition wieder aufleben lassen. Die ist eingeschlafen, weil es niemand mehr organisiert hat. Für uns Traditionsvereine ist es wichtig, auch in der Stadt präsent zu sein, sichtbar zu machen, was unser Leitbild ist.

Nun sind es noch knapp acht Monate bis zum Musiktag. Worauf freuen Sie sich speziell?
Ich freue mich, wenn es endlich losgeht. Wir starten unser Musiktagjahr bereits mit unserem Jahreskonzert am nächsten Wochenende vom 2. und 3. November. «Nöd ganz Hundert» ist unser Motto und wir spielen Hits aus unseren 99 Jahren Vereinsgeschichte. Auch eine Fotoshow soll unsere Geschichte noch einmal Revue passieren lassen. Und dann freue mich auf das ganze Musikfestwochenende. Jeder Tag hat seine eigene Geschichte: Am Freitag feiern wir Geburtstag, am Samstag ist dann der eigentliche Musiktag und am Sonntag werden die Veteranen geehrt. Vor allem freue ich mich auf die Begegnungen mit den Menschen, mit den anderen Musikanten und mit der Bevölkerung von Affoltern.

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